Können wir unsere biologischen Fesseln sprengen?

Schon Nietzsche träumte vom Übermenschen und sah in seiner Erschaffung die Aufgabe der Menschheit, wobei er auch vor der Methode der gezielten Zuchtwahl nicht zurückschreckte. Fast eineinhalb Jahrhunderte später, wachsen nun der Wissenschaft allmählich die Mittel zu, dieses Ziel auf ethisch weniger anstößige Weise tatsächlich zu erreichen. Interessant ist heute weniger der Supermensch. Verlockend dürfte es aber vielen erscheinen, die geistige Leistungsfähigkeit zu steigern. Das wirft allerdings ein moralisches Dilemma auf. Doping von Sportlern zur Leistungssteigerung steht zu Recht unter Strafe, weil es einen unfairen Vorteil verschafft und langfristig zu Gesundheitsschäden führen kann. Sollte für Hirndoping nicht das Gleiche gelten? Und gerät nicht auch die Medizin - wie heute teils schon auf dem Feld der Schönheitschirurgie - in ein fragwürdiges Licht? Auch in Bezug auf Altern und dem Thema Fortpflanzung hat die Medizin - nicht zuletzt dank der Stammzellenforschung - erhebliche Fortschritte erzielt in Richtung Superwesen.
Das vorliegende Spezial "Mensch 2.0" gibt einen Überblick zu den Themen Stammzellenforschung, Neuroenhancement, Altern und Internetsoziologie.
(18. Juli 2014)

Weitere Informationen finden Sie im Editorial des Heftes.

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