Liebe Leserin, lieber Leser,


gemeinsam mit unseren Autoren und den vielen tausend Sternfreunden im deutschsprachigen Raum hat die Redaktion von "Sterne und Weltraum" ein zentrales Anliegen: die Menschen mit den Schönheiten des Nachthimmels und den Wundern des Weltalls vertraut zu machen. Aus diesem Grund freuen wir uns, wenn auch Tageszeitungen, Rundfunk und Onlinemedien astronomische Meldungen aufgreifen und die Leute dazu anregen, den Mond und die Sterne zu beobachten.

Wir staunten aber nicht schlecht über das, was wir letzten November zu lesen und zu hören bekamen: Am 14. November werde ein riesiger Vollmond am Himmel zu sehen sein. Dieser "Supermond" sei ein seltenes Himmelsereignis und darauf zurückzuführen, dass der Mond derzeit der Erde so nahe stehe wie seit 68 Jahren nicht mehr. Erst am 25. November 2034 werde unser Trabant der Erde noch näher kommen. Manche Berichte wurden zusätzlich mit dem Hinweis garniert, dass ein solcher Supermond höhere Springtiden auslösen könne. Verwundert nahmen wir zur Kenntnis, wie sich in diesen Meldungen wissenschaftliche Fakten mit hanebüchenem Unsinn vermischten. Der Mond machte eigentlich auch im November 2016 genau das, was er seit vielen Jahrmillionen macht: Er umrundet die Erde in einem Rhythmus von 27,5 Tagen auf einer elliptischen Bahn, die ihn zwischen einem erdfernsten und einem erdnächsten Punkt pendeln lässt.

Gewiss: Nach Zahlen betrachtet war der Vollmond vom 14. November tatsächlich überdurchschnittlich groß. Das Prädikat "Supermond" hätte er aber nur verdient, wenn man nach gleichen Maßstäben bereit wäre, eine Pizza mit 33,5 Zentimeter Durchmesser gegenüber einer durchschnittlichen Pizza mit 31,1 Zentimeter Durchmesser als "Superpizza" zu bezeichnen. Auf diese Idee ist bislang noch niemand gekommen. Aber vielleicht entdecken die Medien dies ja als eines der nächsten Themen, die gehypt werden. Wir jedenfalls erläutern in unserem Beitrag ab S. 34 die Hintergründe zum variierenden Vollmonddurchmesser. Und wir freuen uns, wenn Sie den Vollmond am Himmel genießen - jeden Monat aufs Neue.


Herzlichst grüßt Ihr

Uwe Reichert