Welches sind die großen Fragen an die Wissenschaft? Gemeinsam mit der Redaktion von "Zeit Online" fragten wir das die Nutzer im September. Mehr als 1500 Menschen reichten ihre Vorschläge ein, darunter recht konkrete wie "Warum werden Menschen von Musik emotional angesprochen?" oder "Was muss wirklich getan werden, um die Biosphäre der Erde vor der Zerstörung zu bewahren?". Die meis­ten Eingaben berührten jedoch jahrhundertealte, fast schon philo­so­phi­sche Probleme, und diese ließen sich in fünf Komplexe zusammenfassen: Warum gibt es das Universum? Woher kommt das Leben? Was ist Bewusstsein? Wird es jemals Weltfrieden geben? Und: Könnten wir einmal unsterblich sein? In der Woche vom 16. bis zum 20. Oktober haben wir diese fünf "allergrößten Fragen" der Reihe nach auf www.zeit.de/grosse fragen mit Forscherinnen und Forschern diskutiert. Rede und Antwort standen hierbei die Wissenschaftsblogger der "SciLogs", der Blog-Plattform von "Spektrum der Wissenschaft", die wir vor zehn Jahren gegründet haben (www.scilogs.spektrum.de).

Während im Vorfeld der Aktionswoche die Frage nach dem Ursprung des Universums das stärkste Interesse, sprich die meisten Einzelfragen hervorrief, entpuppte sich am Ende die Entstehung des Lebens als spannendstes Geheimnis - wenn man die Klickzahlen als Kriterium wählt. Und es ist tatsächlich eine gleichermaßen packende wie offene Frage, denn die Wissenschaft tut sich hier nach wie vor schwer mit der Antwort. So verabschieden sich manche Forscher gerade von der bisher vorherrschenden Theorie, wonach das Leben an Schloten in der Tiefsee entstanden ist. Stattdessen vermuten sie seinen Beginn jetzt in heißen Quellen von Vulkanlandschaften. Drei Vertreter dieser Hypothese erläutern die Argumente in unserer Titelgeschichte ab S. 12.

Gern möchte ich Ihre Aufmerksamkeit noch auf unsere Sciencefiction-­Rubrik "Futur III" lenken. Für dieses Heft griff mit Andreas Eschbach ein besonders bekannter Autor in die Tasten. Er schrieb Bestseller wie "Das Jesus-Video" sowie mehrere Bände der bekannten "Perry-Rhodan"-Reihe. Sie finden seine Kurzgeschichte "Späte Reue" auf S. 96/97.

Eine lebendige Lektüre wünscht Ihr

Carsten Könneker