Was wäre wenn … es irgendwo Aliens gäbe? Allein unsere Milchstraße besteht aus weit mehr als 150 Milliarden Sternen. Und da müsste es doch mit dem Teufel zugehen, wenn nicht ein, zwei weitere Sonnensysteme darunter wären, die einen Planeten mit lebenden Untermietern haben.

Damit sich überhaupt Leben entwickeln kann, benötigt man eine Reihe von klar definierten Voraussetzungen. Die zwei wichtigsten Grundbedingungen sind: Zeit und Stabilität. Allein hier auf der Erde hat es zwei Milliarden Jahre gedauert, bis sich Einzeller gebildet haben: eine primitive Lebensform ohne Rückgrat. Eine Spezies, die auch in vielen menschlichen Organisationsformen anzutreffen ist.

Bereits 1977 hat man für eventuelle Außerirdische eine Botschaft ins All geschickt. Auf der Raumsonde Voyager befindet sich eine vergoldete Kupferplatte mit der Musik von Mozart, dem Gesang der Buckelwale und einem Grußwort des früheren österreichischen Bundespräsidenten Kurt Waldheim (beim Start von Voyager war er Generalsekretär der Vereinten Nationen, Anm. d. Red.).

Und das ist schon ein wenig skurril, oder? Ich stelle mir gerade vor, wie sich irgendwo im Universum ein Außerirdischer diese Platte auflegt und dann fassungslos einem Typen zuhört, der in gebrochenem Englisch mit einem grässlichen österreichischen Akzent eine intergalaktische Einladung auf "a Kaffeescherl nach Wien" ausspricht. Oder sie können die Platte gar nicht abspielen, weil die schon vor ewigen Zeiten auf MP3 umgestellt haben.

Vor einigen Jahren stieg der Microsoft-Mitbegründer Paul Allen in die Suche nach Aliens ein. Er steckte einen Großteil seines Vermögens in das Projekt Allen Telescope Arrays (ATA), einer Ansammlung von 42 leistungsstarken Radioteleskopen, die qualitativ hochwertige Radiowellen aus den hintersten Winkeln der Galaxie aufnimmt und auswertet. Sollten also irgendwo im All Aliens Radio hören oder gar fernsehen – ATA wird es ganz bestimmt mitbekommen.

Offenbar gehen die Wissenschaftler nicht nur davon aus, dass es im All Lebensformen gibt, sondern dass diese auch verrückt genug sind, sich mit uns in Verbindung zu setzen.

Im Jahr 2007 stand die wissenschaftliche Welt kurz Kopf, als man mit den Teleskopen einen höchst interessanten Planeten entdeckte. Bei diesem Gesteinsbrocken in der Nähe des Sterns Gliese 581 handelte es sich nämlich um ein Objekt, auf dem ähnliche Bedingungen existieren wie auf der Erde: vergleichbare Größe, ähnliche Durchschnittstemperatur, eventuell herrscht da sogar eine 35-Stunden-Woche.

Unglücklicherweise ist der Planet stramme 20,5 Lichtjahre von uns entfernt. Zum Zeitpunkt seiner Entdeckung hätte also eine mögliche intelligente Lebensform das Licht von uns empfangen, das die Erde im Jahr 1987 verlassen hat. Können Sie sich noch an diese Zeit erinnern? Damals trugen wir pinkfarbene Leggings, Netzhemden und Vokuhila-Frisuren. Keine einigermaßen geistreiche Kultur wäre auf die Idee gekommen, Kontakt mit solchen Kreaturen aufzunehmen.

Möglicherweise sind die einzigen außerirdischen Lebensformen auf diesem Planeten nur ein paar primitive Einzeller. Dann werden wir sie mit ziemlicher Sicherheit bei anstehenden Immobiliengeschäften locker über den Tisch ziehen können. Andererseits bringt uns unsere geistige Überlegenheit absolut nichts, wenn es sich bei den Bewohnern um parasitäre Mikroorganismen handelt. Die sind zwar strohdoof, aber nicht ungefährlich. Selbst der medizinische Laie weiß: Aus der Sicht von Bakterien und Viren ist die Gesundheit des Menschen eine ganz hässliche Krankheit.

Vielleicht ist es aber auch umgekehrt und die Bewohner sind uns intellektuell so haushoch überlegen wie wir der gemeinen Hausstaubmilbe. Praktisch alle Sciencefiction-Filme gehen ja generell davon aus, dass uns Außerirdische maximal um ein paar 100 Jahre voraus sind. Was aber ist, wenn sie uns ein paar Millionen Jahre voraus sind? Wenn wir für die Aliens so was sind wie Bakterien für uns? Dann würden die uns vermutlich nicht mit Laserschwertern angreifen, sondern mit einem Breitbandantibiotikum. So gesehen sollten wir in Zukunft mit unseren Signalen und Botschaften ins Weltall lieber ein bisschen zurückhaltender sein.

Mehr Einblick in die Zukunft gibt Vince Ebert mit seinem neuen Bühnenprogramm "Zukunft is the Future". Infos und Tickets unter www.vince-ebert.de.