Lexikon der Biologie

Knochenmark



Beim Säuger beginnt die Blutbildung im Knochenmark (medulläre Blutbildung) etwa in der zweiten Hälfte der pränatalen Entwicklung (Fetalentwicklung), zuerst besonders im Mark der großen Röhrenknochen. Mit fortschreitendem Alter geht das rote Knochenmark zunehmend in gelbes Fettmark über, und die Blutbildungsfunktion bleibt nur in den flachen und kleineren Knochen (Hand- und Fußknochen, Brustbein, Rippen, Wirbelkörper) sowie in den Enden von Oberarm- und Oberschenkelknochen erhalten. Bei Belastung (z.B. Sauerstoffmangel in großen Höhen) kann das Fettmark sich wieder in rotes Knochenmark umwandeln, das dann erneut die Blutbildung aufnimmt. Beim erwachsenen Menschen macht das Knochenmark etwa 4,6% des Körpergewichts aus. Tumoren einzelner Stammzellen im Knochenmark führen zu bösartigen Bluterkrankungen (Leukämie, Krebs). Das Knochenmark reagiert sehr empfindlich auf manche Vergiftungen und Strahlenwirkungen (Panmyelopathie, Strahlenschäden).

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