Im Artikel behandelte Drogen:
  Selleriekraut, Herba Apii, Apii herba, Selleriefrüchte, Semen Apii, Selleriewurzel, Fructus Apii graveolentis, Radix Apii graveolentis, Apii fructus, Apii radix
Im Artikel behandelte Homöopathische Mittel:
  Apium graveolens
Im Artikel behandelte Inhaltsstoffe:
  Apiin

Apium graveolens L.

(syn. Apium celleri, A. decumbens, A. lobatum, A. maritium, A. vulgare, Celeri graveolens, Selinum graveolens, Seseli graveolens, Sison ruta, Sium apium, Sium graveolens, Smyrnium laterale); Echter Sellerie (syn. Epf, Eppich, Geilwurz, Gemeiner Eppich, Sällerie, Schoppenkrud, Sellerie, Zelderie, Zeller, Zellerich, Zellerie).

Fam.: Apiaceae (Umbelliferae).

Drogen: 1. Apii fructus (syn. Fructus Apii graveolentis, Semen Apii); Selleriefrüchte, die reifen, getrockneten Früchte. Inh.: äther. Öl (1,9-3 %, Oleum Apii aetheroleum e fructibus mit Butyl- und Butylidenphthaliden als Hauptträger des Aromas), Flavonoide, bes. Gravaeobiosid A und B (Luteolin-7-apiosylglucosid, ca. 1-2 % bzw. Chrysoeryol-7-apiosylglucosid, 0,1-0,7 %), außerdem u.a. Apiin vgl. Formel und Isoquercitrin, ferner Furanocumarine (u.a. Bergapten), Isoimperatorin, das Furanocumaringlykosid Apiumosid sowie fettes Öl mit Petroselinsäure als Hauptfettsäure (40-60 %). Anw.: volkstümlich als Diuretikum bei Blasen- und Nierenleiden sowie als Adjuvans bei rheumatischen Beschwerden. 2. Apii herba (syn. Herba Apii); Selleriekraut, das getrocknete Kraut von Apium graveolens. Inh.: äther. Öl, Flavonoide und Furanocumarine (s. Apii fructus), außerdem Phenolcarbonsäurederivate, u.a. Ferulasäure und Chlorogensäure sowie Steroide, u.a. Stigmasterol und Sitosterol. Anw.: in der Volksheilkunde als Diuretikum zur Steigerung der Harnausscheidung, mitunter bei Magen-Darm-Beschwerden oder als appetitanregendes Mittel. Weitere Verwendung als Küchengewürz. 3. Apii radix (syn. Radix Apii graveolentis); Selleriewurzel, die getrockneten Knollen und Wurzeln von Apium graveolens. Inh.: äther. Öl (0,01-0,15 %), Flavonoide und Furanocumarine, ferner Phenolcarbonsäurederivate, Polyine, u.a. Falcarinon, sowie organische Säuren. Anw.: volkstümlich als Carminativum bei Verdauungsstörungen und Blähungen, ferner als Diuretikum sowie mit Zucker eingekochter Wurzelsaft als Hustenmittel. Die Knollen gelten ferner seit altersher als Aphrodisiakum. Ein Preßsaft aus frischen Blättern und Wurzeln dient als Fertigarzneimittel zur Anregung der Nierentätigkeit und zur Linderung rheumatischer Beschwerden. Geg.: Bei Einnahme von Selleriezubereitungen sind Allergien und Photosensibilisierungen nicht auszuschließen. Bei bestehender Nierenentzündung sind Selleriedrogen kontraindiziert.

Hom.: Apium graveolens HAB34, die reifen Samen. Anw.-Geb.: Eierstockentzündungen und Rheumatismus.

Histor.: Der Sellerie war schon den alten Griechen und Römern bekannt. Bereits Dioskurides beschreibt ihn als "ein gutes Mittel gegen erhitzten Magen, Verhärtungen in den Brüsten und wirkt roh oder gekocht harntreibend". Auch Theophrast nennt ihn harntreibend und als Mittel gegen Wassersucht. Da die Pflanze angeblich auch als Mittel gegen Melancholie wirksam sein soll, nannte sie Petrus de Crescentiis auch die "Sellerie des Lachens". Veleslavin (1596) empfiehlt Wöchnerinnen, nicht zuviel davon zu essen, da sie die Milchsekretion einschränkt. Der Name Apium ist nach Horaz und Plinius der einer Doldenpflanze, die zur Herstellung von Kränzen genutzt wurde. Möglicherweise leitet sich Apium auch vom griechischen apion oder vom lateinischen apex = Haupt ab, da die antiken Triumphatoren mit der Pflanze bekränzt wurden. Das deutsche Wort Sellerie wurde erst im 17. Jh. gebraucht und ist aus dem französischen célerie entstanden.