Deuteromycetes, Fungi imperfecti, künstliche Gruppe, in der alle Pilze zusammengefasst sind, von denen die Hauptfruchtform und damit die sexuelle Fortpflanzung (noch) unbekannt sind. Von den D. ist also nur die Art und Weise der vegetativen Vermehrung in der Nebenfruchtform (Anamorphe; Pleomorphismus) bekannt. Gelegentlich kann es darüber hinaus bei manchen Individuen zu Hyphenfusion und danach zu parasexuellen Vorgängen, wie z.B. Fusion zu diploiden, heterozygoten Kernen, Haploidisierung durch schrittweisen Verlust von Chromosomen oder mitotischem Crossing over kommen. Zunehmende Kenntnis von Hyphen- und Septentypen, Chemie und Struktur der Zellwand sowie Vergleiche von DNA und Nebenfruchtformen sollten es in Zukunft möglich machen, die D. nach und nach in das natürliche System der Pilze einzuordnen.

Die D. werden vorläufig nach den die Konidien erzeugenden Strukturen untergliedert. Konidien entstehen bei den D. fast immer an Trägern, die frei sind bzw. auf Lagern oder in Pyknidien stehen. Bei den Sphaeropsidales werden die Konidien in Pyknidien oder in kammerähnlichen Höhlungen gebildet. Die Konidien der Melanconiales entstehen auf stromatischen, d.h. harten oder sklerotisierten Lagern, mit eingebetteten Perithecien. Hierher gehört z.B. Gloeosporium fructigenum, der die Bitterfäule der Äpfel hervorruft. Die Moniliales bilden Konidien an oft reich verzweigten Trägern, die einzeln, zu Bündeln (Koremien) vereinigt oder mit sterilen Hyphen zu Gallertlagern (Sporodochien) verbunden sind. Hierher werden zahlreiche Arten von Aspergillus und Penicillium gestellt, wobei von manchen Konidien die Hauptfruchtform bekannt ist, weiterhin Trichophyton (Dermatophyten) sowie Fusarium oxysporum forma lycopersici, der Tomatenpflanzen zum Welken bringt. Die Blastomycetales wiederum sind hefeartig sprossende Pilze ohne sexuelle Stadien. Hierher gehören die Cryptococcaceae und Candida (Torulopsis). Als Mycelia sterilia schließlich werden jene Mycelien zusammengefasst, von denen keine Fortpflanzungszellen bekannt sind..