Sukzession, die gesetzmäßige zeitliche Abfolge von Lebensgemeinschaften innerhalb eines Lebensraums. Bei der primären S. handelt es sich um die Erstbesiedlung eines neuen Lebensraumes, der z.B. durch Vulkanismus, den Rückzug eines Gletschers oder Bildung eines neuen Gewässers entstanden ist. Bei gleich bleibenden Klimafaktoren treten zunächst Pioniergesellschaften, anschließend Folgegesellschaften und letztendlich die so genannte Klimaxgesellschaft auf. Sekundäre S. sind die Wiederherstellungsprozesse, nachdem die ursprünglichen Lebensgemeinschaften durch natürliche Faktoren wie z.B. Feuer, Überschwemmungen und Muren (Überschüttungen an Hängen) oder durch menschliche Eingriffe wie Kahlschlag oder Brandrodung zerstört sind. Räumlich und zeitlich begrenzte Sukzessionsprozesse findet man auch bei der Besiedlungsfolge von Organismen beim Abbau von Kadavern oder Kot.

Im sommergrünen europäischen Urwald läuft eine typische S. in vier Phasen ab: In der Jugendphase besteht die Vegetation vorwiegend aus Kräutern, Sträuchern und Baumsämlingen mit großem pflanzlichem und tierischen Artenreichtum. In der zweiten Phase schließt sich das Kronendach, die Krautschicht wird durch zunehmende Beschattung reduziert. Die anschließende Hochwaldphase zeigt eine typische Stratifikation mit entsprechenden Stratozönosen, der letztendlich die Altersphase mit dem Absterben von Bäumen folgt, woraufhin der Prozess von vorn beginnt. ( vgl. Abb. )



Sukzession: Vergleich der Sukzessionsmuster einer Phytoplanktonkultur und eines Waldes: Die Initial- und Folgephase sind durch Wachstum der Biomasse gekennzeichnet, die in der Reifephase (Klimax) ein Plateau erreicht, da Auf- und Abbau von Biomasse ausgeglichen sind. Auf die Reifephase kann eine Zerfallsphase folgen und die Sukzession anschließend neu starten