Adhäsine [von latein. adhaesio = das Anhaften], Adhesine, Adhäsionsmoleküle, bei Eukaryoten Glykoproteine in der Plasmamembran von Zellen, die mit der extrazellulären Matrix und/oder dem Zellskelett interagieren und so Zell-Zell-Adhäsion (Zelladhäsion), Zell-Zell-Verbindungen (junctions, CJM) oder Substrat-Adhäsion (SAM) vermitteln. Solche Adhäsionsvorgänge sind bedeutsam für die Embryogenese, für die Bildung und den Erhalt von Geweben (Histogenese) und Organen (Organogenese), für das Verhalten von Blutzellen bei Entzündung (Blutzellenadhäsion) und die Bindung von Lymphocyten in bestimmten Geweben (homing; homing-Rezeptor). Adhäsine spielen außerdem eine wichtige Rolle für die Wechselwirkung zwischen Abwehrzellen und Krebszellen (Krebs); die Anzahl der Adhäsine auf der Oberfläche von Tumorzellen korreliert mit der Bösartigkeit des Tumors und der Wahrscheinlichkeit der Metastasierung. Bakterielle Adhäsine sind chemisch Glykoproteine, Proteine oder Glykolipide der Zelloberfläche. Sie spielen unter anderem eine wichtige Rolle im Verlauf einer Infektion, da sie für die Anheftung eingedrungener Krankheitserreger an die Epithelzellen des Wirts verantwortlich (Fimbrien) sind. Nach ihrer Struktur können Adhäsionsrezeptoren der Plasmamembran in fünf Klassen eingeteilt werden: 1) Cadherine, z. B. E-Cadherin (Uvomorulin), N-Cadherin und p-Cadherin, 2) CAMs, z. B. E-CAM, L-CAM, N-CAM, I-CAM-1 (ICAMs), 3) Integrine, z. B. LFA-1, Fibronektin-Rezeptor (Fibronektin), 4) Selektine, z. B. E-Selektin, P-Selektin, L-Selektin, 5) andere, z. B. CD44 (CD-Marker). Chromosomenkarte ( Chromosomenkarte I

Chromosomenkarte II

Chromosomenkarte III

Chromosomenkarte IV

).

M.B.

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