Antioxidantien [von *anti -; Sing. Antioxidans], Oxidationsinhibitoren, verschiedenartige chemische Verbindungen, die Oxidationsprozesse unterdrücken und als Radikalfänger (freie Radikale) wirken. Sie werden in kleinen Mengen oxidationsanfälligen Stoffen (vor allem höhermolekularen organischen Verbindungen) wie Speisefetten (Fette), fetten Ölen, Aromastoffen, Farben, Mineralölen, Treibstoffen, Kautschuk, Kunststoffen, Seifen und kosmetischen Erzeugnissen beigefügt, um eine Qualitätsminderung (z. B. Ranzigwerden, Verharzen, Geruchsverschlechterung, Verspröden) durch Oxidation (hauptsächlich durch Sauerstoffradikale [Hyperoxid] und Wasserstoffperoxid) zu verhindern. Bekannte Antioxidantien für Mineralöle sind Barium-, Calcium- und Zinksalze von Alkylphenolen. Damit Seife nicht ranzig wird, verwendet man Thiosulfat, Benzoesäure oder organische Metallkomplexe. Ascorbinsäure (Vitamin C) ist ein Antioxidans für Lebensmittel. – Besondere Bedeutung haben Antioxidantien in biologischen Systemen beim Schutz der Lipide in biologischen Membranen (Membran) und der Membranproteine (besonders der Metall-Cofaktoren) vor der Peroxid-Oxidation. Dazu gehören die Vitamine A (Retinol), C (Ascorbinsäure) und E (Tocopherol) sowie β-Carotin ( vgl. Infobox ). Zellen wie die Erythrocyten enthalten zahlreiche Enzyme zur Beseitigung von Sauerstoffradikalen und Wasserstoffperoxid, wie Katalase, Superoxid-Dismutase oder Glutathion-Peroxidase (ein Selen enthaltendes Enzym; Glutathion). Die Glutathion-Reductase katalysiert die Rückreaktion von Glutathion (GSSG zu 2 GSH; γ-Glutamylzyklus) und sorgt damit für einen hohen Spiegel dieses nicht-enzymatischen Antioxidans. Antioxidative Wirkung haben auch Harnsäure und, in geringen Konzentrationen, auch Alkohol (Ethanol). Acetylsalicylsäure, Altern, Hydroxyzimtsäuren, Pauling (L.C.).