Atypus m [von griech. a- = nicht, typos = Muster, Modell], artenarme Gattung der Tapezierspinnen; die einzigen orthognathen Spinnen (Orthognatha), die in Mitteleuropa vorkommen. 3 Arten: Atypus piceus, Atypus affinis und Atypus muralis. Die Körperlänge beträgt 1–2 cm. Sie leben in 20–90 cm tiefen Erdröhren, die mit Spinnseide austapeziert werden; vom Eingang zieht sich ein mit Erde getarnter, blind geschlossener Gespinstschlauch ca. 15 cm über die Erde; Beute, die sich auf den Schlauch setzt, wird von innen mit den kräftigen Chelicerenklauen ergriffen und in die Röhre gezogen ( vgl. Abb. ). Angeblich sollen auch Regenwürmer gefressen werden. Die Weibchen sind zeitlebens in ihrer Röhre, die Männchen sind während der Paarungszeit vagant. Die Paarung findet in der Röhre des Weibchens statt. Juvenile Stadien zeigen "Ballooning" (Altweibersommer) und sorgen damit für die Ausbreitung. Die Entwicklung bis zur erwachsenen Spinne dauert 4 Jahre; die Adulten sind mehrjährig.





Atypus



Prinzip des Beutefangs mit einem Gespinstschlauch (zur Demonstration aufgeschnitten)