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Lexikon der Biologie

blutbildende Organe

blutbildende Organe, Humanmedizin: in den ersten 2 Monaten der Embryonalphase (Embryonalentwicklung) die blutbildenden Inseln im Dottersack und den embryonalen Gefäßsprossen (mesoblastische Phase). Im 2.–5. Monat erfolgt die Blutbildung in der Leber, wobei erstmals Myeloblasten auftreten (hepatische Phase). Ab dem 4. Monat sind auch Milz und Thymus beteiligt. Ab dem 6. Fetalmonat beginnt die Blutproduktion im Knochenmark (myelopoetische Phase). Dabei geht mit zunehmender Reifung die Blutbildung in Leber und Milz zurück. Bis zum 5. Lebensjahr ist das gesamte Knochenmark an der Blutbildung beteiligt ( vgl. Abb. ). Ab dann erfolgt eine Reduktion des blutbildenden Knochenmarks, bis beim Erwachsenen die Blutbildung nur noch im Schädel, in den Rippen, im Becken (Beckengürtel) und in den Epiphysen von Ober- und Unterschenkelknochen erfolgt. Das übrige Knochenmark wird im wesentlichen durch Fettzellen ausgefüllt. Dieses ist jedoch bei pathologischen Prozessen (z. B. schwere Hämolyse, Leukämien) in der Lage, die Blutbildung wieder aufzunehmen. Bei krankhafter Veränderung des Knochenmarks durch Einwachsen von Bindegewebe (Osteomyelofibrose, Osteomyelosklerose) können Leber und Milz auch beim Erwachsenen wieder die Blutbildung übernehmen (extramedulläre Blutbildung). Blutbildung .




blutbildende Organe

1 Orte der Blutbildung im Knochenmark beim Erwachsenen. 2 Knochenmarkszellen unter dem Mikroskop. Die Abbildung zeigt die verschiedenen Arten von Blutkörperchen im Anfangsstadium ihrer Entwicklung (Blutzellen, Abb.)

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