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Lexikon der Biologie

Bursa Fabricii

Bursa Fabricii w [von Bursa, und benannt nach H. Fabricius ab Aquapendente], primäres lymphatisches Organ der Vögel. Sie stammt von einer dorsalen Ausstülpung der Kloake ab und wird um den 14. Bruttag im Küken von lymphoiden Stammzellen aus dem Knochenmark besiedelt. Diese Stammzellen haben bereits ihre Immunglobulin-Gene rearrangiert (Immunglobulin-Gen-Rearrangement) und exprimieren einen B-Zell-Rezeptor. Da das Immunglobulin-Gen z.B. bei Hühnern nur je ein funktionelles V-, D- und J-Segment codiert, verfügen alle B-Zell-Rezeptoren über die gleiche Spezifität. Die Rezeptoren halten die B-Vorläuferzellen in der Bursa Fabricii zurück und induzieren eine starke Zellproliferation. Erst wenn sich die Rezeptor-Spezifität über den Prozeß der Genkonversion auf jeder Zelle unabhängig verändert hat, werden die nun reifen B-Lymphocyten in die Peripherie entlassen. Mit der Geschlechtsreife atrophiert die Bursa Fabricii. Die B-Zell-Entwicklung erfolgt bei den meisten anderen Wirbeltieren im Dottersack, in der Leber des Embryos und beim adulten Tier im Knochenmark ( Blutbildung ). Bursa-Äquivalent, Bursektomie, Immunzellen.

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