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Lexikon der Biologie

Calvin, Melvin

Calvin, Melvin, amerikan. Chemiker, *8.4.1911 Saint Paul (Minn.), †8.1.1997; während des Zweiten Weltkriegs Mitarbeiter am amerikan. Atombombenprojekt (Manhattan-Projekt), ab 1946 Leiter der Gruppe für bioorganische Chemie des Lawrence Radiation Laboratory, seit 1947 Professor an der University of California in Berkeley; klärte in der ersten Hälfte der fünfziger Jahre durch Untersuchungen an der einzelligen Grünalge Chlorella (Oocystaceae) mit Hilfe von Tracer-Methoden (C14-Markierung) und der Papierchromatographie einen Teil des chemischen Verlaufs der Photosynthese und der auftretenden Zwischenprodukte auf (Calvin-Zyklus, Calvin-Benson-Zyklus) und erkannte das Ribulose-1,5-diphosphat als Primärprodukt der Kohlendioxidfixierung; forschte ferner über Chelate und Metallporphyrine sowie über die Beziehung zwischen Elektronenstruktur und Farbe organischer Verbindungen; isolierte im Rahmen von Untersuchungen der Blutgruppenfaktoren das Rhesus-Antigen; auch Untersuchungen zur Carcinogenese sowie zur chemischen Evolution und Urzeugung; erhielt für seine Erforschung der Kohlendioxidassimilation der grünen Pflanzen 1961 den Nobelpreis für Chemie. Werke (Auswahl): "Theory of Organic Chemistry" (mit Branch; 1941), "Metallic Chelates" (mit Martell; 1952), "Path of Carbon in Photosynthesis" (mit Bassham; 1957), "Chemical Evolution. Molecular Evolution towards the Origin of Living Systems on the Earth and Elsewhere" (1969).




M. Calvin

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