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Lexikon der Biologie

Chalone

Chalone, Antitemplate-Substanzen, bisher nur bei Säugern gefundene, gewebs- und zellspezifische, aber nicht artspezifische Glykoproteine von unterschiedlicher relativer Molekülmasse, die als endogene Mitosehemmstoffe wirken. Bislang wurden Chalone in geringen Mengen in Leber, Lungen, Nieren, Epidermis (z. B. G1-Chalon: S-Faktor aus sich differenzierenden Zellen, G2-Chalon: M-Faktor aus Basalzellen) und Blutzellen (Erythrocyten, Lymphocyten und Granulocyten) nachgewiesen. Ihre Wirkung besteht darin, daß sie reversibel durch Beeinflussung des Zellzyklus das Zellwachstum begrenzen und damit unkontrolliertes Wachstum verhindern. Die Angriffspunkte der Chalone liegen in der späten präsynthetischen Phase G1, in der prämitotischen Phase G2, in der Entscheidungsphase (Zellreifung mit Alterung und Zelltod oder Einleitung eines neuen Mitosezyklus) und in der 1. postmitotischen Reifungsphase A1, die vor der Alterungsphase A2 liegt. Damit verlangsamen Chalone nicht nur die Zellvermehrung, sondern auch die Alterung der Zellen. Die Bedeutung der Chalone dürfte in der Erhaltung von Konstanz (Homöostase) und Regeneration der Gewebe und damit in der Verhinderung von Zellwucherungen (auch von krebsartigem Zellwachstum) sowie in der Aufrechterhaltung des Stoffwechselgleichgewichts liegen. Blutbildung.

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