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Lexikon der Biologie

Costimulation

Costimulation w, Ausbildung eines Antigen-unabhängigen Signals bei der Aktivierung von Lymphocyten. Das costimulatorische Signal wird dabei durch die Besetzung von Corezeptoren gleichzeitig mit oder kurz nach dem T-Zell-Rezeptor bzw. dem B-Zell-Rezeptor erzeugt und beeinflußt die Reaktion der Lymphocyten. Naive CD4-T-Zellen (CD-Marker, naive Lymphocyten, T-Lymphocyten) benötigen z. B. zwei Signale, um zu proliferieren und in Effektorzellen zu differenzieren. Eines davon resultiert aus der Interaktion zwischen dem T-Zell-Rezeptor und dem Antigen-Fragment, das in der Bindungsspalte des MHC-Klasse-II-Moleküls präsentiert wird (Antigen-Präsentation). Ein Beispiel für Moleküle, die das zweite costimulatorische Signal erzeugen, sind die Oberflächen-Marker CD28 und CTLA-4 auf naiven bzw. reifen T-Zellen, die mit dem B7-Antigen auf der Antigen-präsentierenden Zelle wechselwirken. Fehlt ein costimulatorisches Signal, so wird die T-Zelle inaktiviert (Anergie), oder sie stirbt (Apoptose). Bei ektopischer Expression von B7 kann es zu einer Autoimmunantwort ebenso wie zu einer Immunantwort gegen Tumore kommen. Das Molekül scheint besonders wichtig während der ersten Phase einer Immunantwort zu sein. Ein weiteres Protein, das derzeit als costimulatorisches Molekül diskutiert wird, ist das hitzestabile Antigen (HSA), ein kleines Glykoprotein. Auch B-Lymphocyten benötigen zusätzliche nicht-antigenspezifische Oberflächenmoleküle für ihre Antworten. Direkt an der Aktivierung beteiligt ist z. B. der B-Zell-Corezeptor (Komplement-Rezeptoren), der eine Aktivierung durch Komplement-beladene Antigene verstärkt. Das Oberflächen-Protein CD40 interagiert später während der T-B-Lymphocyt-Kollaboration mit einem Protein auf aktivierten T-Helfer-Zellen (CD40-Ligand) und beeinflußt den Klassensprung der B-Lymphocyten.

U.T./O.L.

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