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Lexikon der Biologie

Cycline

Cycline s, Zykline, Proteine, die bei allen Eukaryoten vorkommen und an der Regelung des Zellzyklus beteiligt sind. Sie bilden zusammen mit dem cdc2-Protein (einem Produkt der cdc-Gene) einen Komplex, der als Kinase fungiert und bestimmte Schaltvorgänge des Zellzyklus steuert (Cyclin-abhängige Proteinkinasen). Während das cdc2-Protein ständig vorhanden ist und für die Kinase-Aktivität verantwortlich ist, werden die Cycline nur unmittelbar vor dem entsprechenden Kardinalpunkt des Zellzyklus produziert und kurz danach an Ubiquitin gekoppelt und abgebaut. Durch die Bindung an die Cycline erlangt cdc2 auch die Fähigkeit, vom Cytoplasma in den Zellkern zu wandern. Die Cycline steuern also die Aktivität und die Funktion der cdc2-Kinase-Funktion. Sie lassen sich in 2 Gruppen mit spezifischer Funktion einteilen: Cycline der A-Gruppe (G1-Cycline) werden gegen Ende der G1-Phase produziert und rufen den Übergang in die S-Phase hervor, während der die DNA verdoppelt wird. Die Cycline der B-Gruppe (mitotische Cycline) leiten dagegen die eigentliche Mitose ein. Die Anaphase der Mitose wird erst dann abgeschlossen, wenn die Konzentration an Cyclin B schon wieder unter einen Schwellenwert abgesunken ist. Durch diesen Kontrollvorgang ("mitotic checkpoint") wird gewährleistet, daß die Trennung der Tochterzellen erst dann beginnen kann, wenn die Chromosomen vollständig getrennt sind. Histonkinase, MPF, Onkogene (Tab.), p16, Polplasma.

P.N.

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