Denaturierung w [von latein. de- = ent-, weg-, natura = Natur], Überführung biologischer Makromoleküle (DNA, RNA, Proteine, Polysaccharide; Biopolymere) von der natürlichen, biologisch aktiven Konformation in nicht natürliche, meist inaktive Konformationen. Beispielsweise werden Nucleinsäuren und die meisten Proteine durch die Salzsäure des Magens (Magensäure) denaturiert und können so durch Verdauungsenzyme (Verdauung) besser abgebaut werden. Die Hitze-Denaturierung von DNA (DNA-Schmelzen) bzw. von RNA wird häufig als Methode zu deren Charakterisierung (Bestimmung der Basenzusammensetzung, des Schmelzpunkts [schmelzen] bzw. von Sekundärstrukturen) eingesetzt. – Beispiele für Denaturierung: a) Aufbrechen von doppelsträngiger DNA in zwei Einzelstränge durch Hitze, Säure oder Alkali und Wasserstoffbrücken lösende Agenzien, wie z. B. Harnstoff, Formamid; b) durch dieselben Agenzien werden auch doppelsträngige Bereiche, die sich durch intramolekulare Basenpaarung innerhalb einer Nucleinsäurekette bilden, z. B. die Kleeblattstrukturen von tRNA oder die Sekundärstrukturen von rRNA, denaturiert; c) völlige oder teilweise Entfaltung der natürlichen Überstrukturen (Sekundär-, Tertiär- bzw. Quartärstrukturen) von Proteinen durch z. B. Hitze, Säure, Alkali, organische Lösungsmittel. Absorptionsspektrum, Alkali, cancerogen, Desoxyribonucleinsäuren, Enzyme, Gelelektrophorese, Hybridisierung, Renaturierung, Temperaturanpassung, Wärmetod.