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Lexikon der Biologie

Epidermis

Epidermis w [von *epi- , griech. derma = Haut; Adj. epidermal], Oberhaut, generell äußere Körperbedeckung aller zur Ausbildung differenzierter Gewebe fähiger Organismen. 1) Botanik: Bezeichnung für die den Pflanzenkörper als schützende Hülle nach außen abschließende Zellschicht. Die Epidermis gehört zu den primären Abschlußgeweben und geht aus der äußersten Schicht des Urmeristems, des Protoderms oder Dermatogens, hervor (Bildungsgewebe). Neben der Schutzaufgabe vermittelt sie zugleich den Stoffaustausch mit der Außenwelt. In der typischen Ausbildung besteht sie aus nur einer Schicht lebender Zellen, die lückenlos zu einer geschlossenen Haut miteinander verbunden sind. Die oft wellige oder eckig gezackte Ausbildung ihrer Seitenwände erhöht die Festigkeit des Zellverbands. Bei fast allen in den Luftraum hineinragenden Pflanzenteilen sind die Außenwände der Epidermis mehr oder weniger verdickt und – abgesehen von denen der Wurzeln – stets von einer fest mit ihnen verbundenen Cutinhaut (Cuticula, Abb.) überzogen. Der Protoplast der Epidermiszellen ist meist nur ein einen großen Zellsaftraum umgebender dünner Wandbelag. Er besitzt in der Regel keine erkennbaren Plastiden, abgesehen von den meisten Farnpflanzen und vielen Schatten- und untergetaucht lebenden Wasserpflanzen bei den Bedecktsamern. Sehr bezeichnend für die Epidermen der von Luft umgebenen grünen Teile der höher organisierten Pflanzen sind die Schließzellen, die mitsamt dem zwischen ihnen liegenden Spalt als Stomata oder Spaltöffnungen (Blatt, Abb.) bezeichnet werden. Häufig bilden die Epidermen Haare oder Trichome als Anhangsgebilde aus. – Die Epidermis begrenzt und steuert das Wachstum pflanzlicher Organe. Wird sie entfernt, nehmen die inneren Gewebe spontan viel Wasser auf und dehnen sich aus. Die äußere Zellwand der Epidermis ist besonders verdickt und besteht aus Schichten parallel angeordneter Cellulosefasern (Cellulose). Das Pflanzenhormon Auxin bewirkt eine Aufweichung der Epidermiswand, so daß sich die inneren Gewebe ausdehnen können und sich das entsprechende Organ in die Länge streckt. Dagegen führt Licht zu einer Versteifung der Epidermiswand und damit zu einer Hemmung des Wachstums. Blatt I . 2) Zoologie: ein- oder mehrschichtiges Deck-Epithel der Körperoberfläche bei Tieren und Mensch. Die Epidermis der meisten Wirbellosen ist einschichtig, die der Wirbeltiere mehrschichtig, zum Teil (Reptilien, Säuger) durch Absterben der oberen Schichten verhornt.

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