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Lexikon der Biologie

Eucyte

Eucyte w [von *eu- , griech. kytos = Hohlraum, Zelle], Euzyte, sprachlich korrektere Bezeichnung Eucyt, der Zelltyp der Eukaryoten, ein von einer Plasma-Membran umgebener Zelleib, in dessen Grundsubstanz verschiedene Membransysteme (endoplasmatisches Reticulum, Golgi-Apparat, verschiedenartige Cytosomen) eingebettet sind. Hieraus resultiert die reiche Kompartimentierung der Eucyte. Weiterhin besitzt die Eucyte ein Cytoskelett (Zellskelett), das verantwortlich für Form und Bewegungsfähigkeit der Zelle und ihrer Organelle ist und aus einem Netzwerk von im wesentlichen 3 Strukturelementen besteht: dem Actin-Myosin- (Actin, Myosin), dem Tubulin-System (Tubulin) und dem System der 10-nm-Filamente (intermediäre Filamente). Die Proteinsynthese (Translation) erfolgt an cytoplasmatischen 80S-Ribosomen. Die genetische Information der Zelle, das Genom (DNA), ist durch eine Doppelmembran (Kernhülle) vom übrigen Cytoplasma abgetrennt. Die DNA (Desoxyribonucleinsäuren) ist im Zellkern mit spezifischen Proteinen (u.a. Histone) komplexiert (nucleosomale Organisation; Nucleosomen, Chromatin) und auf mehrere Chromosomen verteilt. Daneben besitzt die Eucyte semiautonome Organelle mit eigener genetischer Information und Proteinsynthese (die allerdings an 70S-Ribosomen vom Prokaryotentyp erfolgt): die von doppelten Hüllmembranen umgebenen Mitochondrien (Zellatmung) und im Falle der Pflanzenzelle außerdem die Plastiden, die in grünen Organen typischerweise als Chloroplasten (Photosynthese) vorliegen. Schließlich enthalten ausdifferenzierte Pflanzenzellen eine meist ausgedehnte Zellsaft-Vakuole, die zum Cytoplasma hin von einer weiteren Elementarmembran (Tonoplast) abgegrenzt wird. Nach außen hin werden sie durch eine feste Zellwand stabilisiert. Gegensatz: Protocyte. Endosymbiontenhypothese, Evolution der Eucyte, Leben, Zelle (Farbtafel).

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