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Lexikon der Biologie

Fettspeicherung

Fettspeicherung; Fette sind ideale Speicherstoffe (Reservestoffe), da sie osmotisch unwirksam sind, wasserfrei deponiert werden können und in reduzierter Form vorliegen und daher gegenüber Kohlenhydraten und Proteinen einen 2fach höheren Energiegehalt aufweisen (liefern bei vollständiger Oxidation der Fettsäuren etwa 40 MJ/kg; Brennwert, Ernährungsphysiologie). Glykogen bindet pro Gramm 2 g Wasser, weshalb es insgesamt etwa 6mal weniger Energie als wasserfreies Fett liefert. Bei Pflanzen werden die reich an ungesättigten Fettsäuren und daher meist flüssigen Fette als Emulsionen in feinen Tröpfchen oder eigenen Vakuolen im Cytoplasma gespeichert. Selten sind größere Aggregate (wie bei der Kokospalme) oder Kristalloide (wie bei der Ölpalme). Fettspeicher (Fettdepots) existieren auch in den Stämmen einiger Bäume (Linde, Eiche, Birke) als Reservestoffe für den Frühjahrsaustrieb. Bei Tieren erfolgt die Fettspeicherung im Unterhautgewebe, das stark von Fettgewebe durchsetzt ist (Depotfett). Beim Menschen kann dieses in guten Zeiten angelegte Fettdepot besonders an Bauch und Gesäß mehr als 10 cm betragen. Neben ihrer Depotfunktion wirkt die Fettschicht aber auch als Schutz gegen zu raschen Wärmeverlust des Körpers an die Umwelt und ist demgemäß bei allen Säugern, die während ihrer Stammesentwicklung ihr Haarkleid verloren haben (Wale, Robben, Flußpferd, Hausschwein, Mensch), stärker ausgebildet. Fettpolster, Fettsucht, Knochenmark.

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