Genomik w, genomics, Mitte der 1980er Jahre geprägter Begriff für die systematische Analyse des vollständigen Genoms bzw. aller aktiven Gene (Gen) z.B. einer Zelle, eines Gewebes, eines Organs oder eines ganzen Organismus. Die strukturelle Genomik bezeichnet das Erstellen von Genbibliotheken, Genkarten (Chromosomenkarte, Genkartierung), die vollständige Sequenzierung von Genomen (Genomprojekt) sowie die Aufbereitung der Sequenzdaten (Sequenzanalyse). In der funktionellen Genomik wird versucht, das vielschichtige Zusammenspiel zwischen den Genen und Signalstrukturen des Genoms sowie den Genprodukten zu verstehen. Der Sprung von der Untersuchung einzelner Gene (Genetik) zur Analyse ganzer Genome (Genomik) ist untrennbar mit der Automatisierung und Miniaturisierung etablierter Methoden der Gentechnologie und Biochemie (z.B. blotting-Techniken, Chromatographie, Elektrophorese, molekulare Hybridisierung, Polymerase-Kettenreaktion) sowie der Verbesserung von Detektionstechniken (Biochips, Sensor-Technologie) verbunden. Die Entwicklung der Bioinformatik war Voraussetzung für die Bewältigung der anfallenden Datenflut. Ziele der Genomik sind u.a. ein besseres Verständnis der Evolution (molekulare Evolution), die Identifizierung von Krankheitserregern (Infektionskrankheiten) und Erbkrankheiten sowie das Aufdecken von Regulationsmechanismen z.B. bei der Entwicklung von Embryonen (Embryonalentwicklung, Fetalentwicklung, Fehlbildung) oder Organen, bei der Entstehung von Krankheiten oder der Reaktion des Organismus auf die Umwelt. Genetik, Genomanalyse, Proteomik.

M.B.