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Lexikon der Biologie

Geologie

Geologie w [von *geo- , griech. logos = Kunde], (H.B. de Saussure 1779), Geognosie, früherübersetzt als „Erdgeschichte“; nach H. Murawski (1977) „im heutigen deutschen Sprachgebrauch jene Wissenschaft, die durch Untersuchung der durch natürliche oder künstliche Aufschlüsse zugänglichen Teile der Erdkruste mit ihren Gesteinen, deren Lagerungs- und Umwandlungserscheinungen (Diagenese) sowie ihrem Fossilinhalt (Fossilien, Fossildiagenese) versucht, ein Bild von der Geschichte der Erde und des Lebens zu entwerfen (Geochronologie). Durch dieses Denken in 'Raum und Zeit' stellt sie innerhalb der Naturwissenschaft eine historisch ausgerichtete, empirische, mit naturwissenschaftlichen Mitteln arbeitende Wissenschaft dar.“ – Teilgebiete der Geologie sind 1) Allgemeine, Physikalische oder Dynamische Geologie: erforscht die die Erdkruste gestaltenden endogenen (Orogenese, Vulkanismus, Erdbeben) und exogenen Kräfte (Verwitterung [Bodenentwicklung], Abtragung, Sedimentation); 2) Tektonik: befaßt sich mit dem Bau der Erdkruste; 3) Historische Geologie: untersucht die Erdgeschichte und die Gesteinsbildung; 4) Regionale Geologie: erforscht die geologischen Verhältnisse bestimmter Gebiete; 5) Angewandte Geologie: dient z.B. der Erschließung von Lagerstätten für technische und wirtschaftliche Zwecke; 6) Hydrogeologie (Gewässerkunde); 7) Kosmogeologie (z.B. Lunargeologie). Der Geologie ( vgl. Infobox ) eng benachbart und verbunden sind die Disziplinen der Paläogeographie (Lehre von den geographischen Verhältnissen früherer Erdzeitalter), Paläoklimatologie (Klimatologie der Vorzeit), Paläomagnetismus (Erdmagnetismus in vorgeschichtlicher Zeit; Magnetfeld), Paläontologie, Geochemie, Geophysik, Mineralogie, Petrologie (Gesteinskunde) und Pedologie (Bodenkunde). Erdgeschichte (Farbtafel), Geochronologie, geologische Zeitskala.

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