Inzucht w, sexuelle Fortpflanzung nahe verwandter Individuen. Inzucht führt nur bei sehr nahen Verwandten (Geschwister, Vettern/Basen 1. Grades) zu einer schnellen Zunahme der homozygoten Genotypen bei gleichzeitiger Abnahme der heterozygoten (bei maximaler Inzucht, d.h. Selbstbefruchtung [Automixis], nimmt der Anteil der heterozygoten Genotypen um 50% pro Generation ab; Selbstbefruchter). Bei Tieren wird Inzucht durch Sozial- und Paarungssysteme (Fortpflanzungssysteme) vermieden (Inzuchtvermeidung), bei Pflanzen durch Hindernisse der Selbstbestäubung (Autogamie). Homozygotie bewirkt, daß vermehrt rezessive Krankheiten (Erbkrankheiten) auftreten können. Unter Umständen können Allele vitalitätsmindernd wirken (Defektallele), indem sie bei Homozygotie die generative und vegetative Leistungsfähigkeit der Inzuchtnachkommen beeinträchtigen (Inzuchtschäden, Inzuchtdegeneration, Inzuchtdepression). Auf Inzuchtdegeneration wird u.a. die verminderte Fruchtbarkeit kleiner vom Aussterben bedrohter Tierpopulationen zurückgeführt (z.B. Gepard, Präriehühner). Allerdings können sich aber auch stark von Inzucht betroffene Populationen bei günstigen Umweltbedingungen kräftig vermehren (z.B. Seychellensänger). In der Pflanzenzüchtung und Züchtung von Haustieren werden durch Inzucht reine Linien erzeugt, um erwünschte Allele auszulesen und unerwünschte auszumerzen sowie sie als Inzuchtlinien für die Hybridzüchtung zu verwenden. Endogamie, Fixierungsindex, F-Statistik, genetic meltdown, Inkompatibilität, Inzesttabu, Inzestzucht, Inzuchtstamm, Inzuchttest, Isolate, Klan.