Kampf-oder-Flucht-Reaktion, Flucht-oder-Kampf-Reaktion, fight or flight reaction (syndrome, response), flight or fight reaction (syndrome, response), Alarmreaktion, die das Individuum in eine erhöhte Abwehr- (Abwehr) und Flucht-Bereitschaft (Flucht) versetzt. Der Sympathikus aktiviert bei akuter Gefahr, z.B. nach Unterschreiten einer kritischen Distanz (Fluchtdistanz) durch einen Gegner oder Raubfeind, nach einer Schrecksekunde die sog. Kampf-oder-Flucht-Reaktion. Ein Alarmsignal aus dem Gehirn setzt einen Adrenalinstoß aus der Nebennierenrinde frei, der über das sympathische Nervensystem und über den Blutstrom binnen kurzer Zeit das Körpergeschehen auf die physiologischen Bedürfnisse einer Alarmreaktion umstellt. Im Zuge dieser Veränderung (Cannon-Notfallreaktion) kommt es zu meßbaren körperlichen Reaktionen: vermehrte Ausschüttung von Hormonen (adrenocorticotropes Hormon, Cortisol und Adrenalin), Beschleunigung von Herzfrequenz, Puls und Atemfrequenz, Zunahme des Blutdrucks, von Fett und Zucker im Blut (Blutzucker), Erhöhung der Blutgerinnungsfaktoren (Blutgerinnung, Tab.), Pupillenerweiterung (Pupillenreaktion), Senkung des Hautwiderstands, Muskelanspannung (Muskelkontraktion), Anstieg der Milchsäure, Verminderung der Immunabwehr (Immunsystem). Diese körperlichen Wirkungen folgen der Schrecksekunde und bilden die Hauptphase der Streßreaktion (Streß). In ihr stellt sich der gesamte Organismus spontan auf eine neue Situation mit den beiden Optionen Kampf oder Flucht ein. Hierfür ist es notwendig, daß im Körper zusätzliche Energien zur Verfügung gestellt werden. Alle momentan nicht überlebensnotwendigen Funktionen (wie z.B. Verdauung oder Sexualtrieb) werden dazu vermindert oder ausgeschaltet. Der Hauptphase folgt die Phase der Erholung, um dem Körper Gelegenheit zu geben, sich wieder auf den anabolischen (aufbauenden) Stoffwechsel einzustellen. Schrecksekunde, Haupt- und Erholungsphase garantieren einen wirtschaftlichen Gebrauch der Körperkräfte. Auf diese Weise werden die Abwehr gegen störende Umwelteinflüsse organisiert und notwendige maximale Muskelleistungen für Flucht oder Angriff ermöglicht. Dies ist als Teil eines umfassenden evolutionären Überlebensprogramms zu verstehen. Werden alle 3 Phasen durchlaufen, ist der Körper in der Lage, einen ausgeglichenen Zustand aller Körperfunktionen (Homöostase) wieder herzustellen und zu erhalten ( vgl. Infobox ). Dichtestreß; Bereitschaft II , Hormone .

J.Be.