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Lexikon der Biologie

Klassensprung

Klassensprung, Klassenwechsel, class-switching, Wechsel in der Immunglobulin-Klasse (dem Isotyp), den ein B-Lymphocyt exprimiert. Der Klassensprung betrifft dabei nur den Wechsel der Exonen, die für den konstanten Teil des Immunglobulins codieren. Der rearrangierte VDJ-Teil und damit die Antigen-Spezifität der Zelle bleibt unverändert (Immunglobulin-Gen-Rearrangement). Der Klassensprung beruht auf einer Deletion der Gensegmente, die zwischen dem VDJ-Segment und den Exonen liegen, die für den neuen Isotyp codieren (Immunglobulin-Gene). Dieser Prozeß wird vermittelt durch sog. „switch"-Regionen 5' von den Exonen für den neuen Isotyp. Eine transkriptionelle Aktivierung dieser Regionen vor dem Klassensprung konnte nachgewiesen werden und ist vermutlich für den Vorgang notwendig. Als Mechanismen für die Deletion der DNA werden ein ungleicher Austausch zwischen den homologen Chromosomen oder den Schwesterchromatiden angenommen oder eine Schleifenbildung, gefolgt von dem Herausschneiden der DNA. Die zu fordernden herausgeschnittenen DNA-Teile können tatsächlich nachgewiesen werden. Der Klassensprung findet nach der Aktivierung der B-Lymphocyten durch Antigen statt (B-Zell-Entwicklung). Die gemeinsame Expression der Immunglobulinklassen IgM und IgD auf unreifen B-Lymphocyten wird durch differentielles Spleißen ermöglicht und ist daher kein Klassensprung. T-B-Lymphocyt-Kollaboration.

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