Kolonie w [von latein. colonia = Ansiedlung], Verband von Einzelindividuen der gleichen Art, die sich an einem bestimmten Ort vergesellschaften und oft in physischem Zusammenhang stehen. Kolonien von Bakterien (Bakterienkolonie) und Pilzen bilden sich vorwiegend auf festen Nährböden aus einzelnen Zellen, Sporen oder Mycelstücken. Je nach Mikroorganismenart und Kultivierungsbedingungen entstehen unterschiedliche Kolonieformen, die zur Differenzierung genutzt werden. Bei Kolonien Niederer Algen ( vgl. Abb. 1 ) sind Übergänge zu echten gewebebildenden Pflanzen zu erkennen. Kolonien kommen bei sehr vielen Tierarten vor, angefangen bei Einzellern bis hin zu Vögeln und Säugetieren. Ausgeprägte Kolonien (Tierstöcke) bilden u.a. die Hohltiere (Farbtafel) infolge asexueller Fortpflanzung; Knospung, Arbeitsteilung (Abb.). Typische Insektenkolonien sind u.a. Ameisenhügel, Termitenbauten, Bienenstöcke. Brutkolonien kommen nicht nur bei Vögeln (Kolonienbrüter; vgl. Abb. 2 ), sondern z.B. auch bei der Pillenwespe Oplomerus spiricornis oder bei den Borkenkäfern vor. Einige Spinnen, z.B. die afrikanische cribellate Röhrenspinne Stegodyphus mimosarum, brüten ebenfalls in Kolonien. Säugetierkolonien existieren u.a. bei Robben, Murmeltieren, Zieseln, Berberaffen (Magot), Fledermäusen (Schlafkolonien). Individuen einer Kolonie genießen die Vor- und Nachteile des „Gruppenlebens" wie Verdünnungseffekt, Informationsaustausch (Kommunikation), Brutparasitismus, Infektionsrisiko oder Kannibalismus. Tiergesellschaft.



Kolonie



Abb. 1: Zusammenlagerung von monadoiden Flagellaten-Zellen zu einer Kolonie (Gonium pectorale); jede Einzelzelle ist innerhalb der Kolonie selbständig lebensfähig.



Kolonie



Abb. 2: Sturmgeschützte Brutkolonie von Tölpeln auf einer Klippe