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Lexikon der Biologie

Komplement-Rezeptoren

Komplement-Rezeptoren [von *komplement- , latein. receptor = Empfänger], Rezeptoren, die Komplement-Komponenten (Komplement) oder Fragmente dieser Komponenten binden und dadurch verschiedene biologische Funktionen vermitteln. Es existieren 5 solcher Rezeptoren, als CR1–CR4 und C1qR bezeichnet. Der Komplement-Rezeptor 1 (CR1) bindet C3b und C4b und wird auf phagocytotischen Zellen, Mastzellen, B-Lymphocyten und einigen T-Lymphocyten exprimiert, außerdem in Primaten auf Erythrocyten und Epithelzellen des Nierenglomerulus. CR1 vermittelt die Immunadhärenz. Das humane CR1-Molekül besteht aus 21 kurzen Consensus-Sequenzen, die auch in anderen Molekülen die Bindung an C3 und C4 vermitteln. Der Komplement-Rezeptor 2 (CR2 = CD21; B-Zell-Corezeptor, CD-Marker) bindet C3d (ein künstliches Spaltprodukt von C3dg) oder C3dg (ein natürliches Spaltprodukt, das bei der Inaktivierung von C3b entsteht) und stimuliert dadurch das Wachstum und die Differenzierung von B-Lymphocyten. CR2 ist der Rezeptor für das Epstein-Barr-Virus. Er besteht aus einer Polypeptidkette und enthält 13 Consensus-Sequenzen für die Bindung von C3 und C4. Der Komplement-Rezeptor 3 (CR3) bindet C3bi (ein Spaltprodukt, das bei der Inaktivierung von C3b entsteht) und wird auf neutrophilen Granulocyten, mononukleären Phagocyten und Natural-Killer-Zellen exprimiert. CR3 vermittelt die Phagocytose; er besteht aus einer α- und einer β-Kette (dieselbe wie in LFA-1). Der CR3 der Maus wird auch als Mac1 bezeichnet, der humane CR3 als Mo1. Der Komplement-Rezeptor 4 (CR4) bindet C3dg, wird auf neutrophilen Granulocyten exprimiert und vermittelt ebenfalls die Phagocytose. Über die Funktion von C1qR ist noch wenig bekannt.

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