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Lexikon der Biologie

Kupffersche Sternzellen

Kupffersche Sternzellen [benannt nach dem deutschen Anatomen Karl Wilhelm von Kupffer, 1829–1902], Kupffer-Zellen, Bindegewebszellen der Leber der Wirbeltiere, die aus Blut-Monocyten hervorgehen. Sie stellen ca. 80% der Makrophagen des Körpers dar und sind in der periportalen Region der Leber lokalisiert. Fc-Rezeptoren, die Komplement-Rezeptoren 1, 3 (CD11b/CD18; CD-Marker) und 4 (CD11c/CD18), Mannose-Rezeptor, scavenger-Rezeptor und Lipopolysaccharid-Rezeptor (CD14) auf ihrer Oberfläche ermöglichen ihnen das Erkennen (Immunerkennung) und die Phagocytose von Immunkomplexen und Bakterien. Sie sind Bestandteil des reticulo-endothelialen Systems und des Abwehrsystems (Immunsystem) des Körpers. Kupffer-Zellen können durch Bildung immunmodulatorischer Moleküle (Immunmodulation) eine Immunreaktion in der Leber verstärken oder abschwächen. Lipopolysaccharid (LPS) oder bakterielle Superantigene induzieren in Kupffer-Zellen die Synthese der Interleukine IL-12 oder IL-18, die Lymphocyten der Leber zur IFN-γ-Synthese (Interferone) anregen. Neben solchen aktivierenden Substanzen können Kupffer-Zellen auch Moleküle produzieren, die Leber-Lymphocyten deaktivieren bzw. deren Aktivierung verhindern, wie z.B. TGFβ (TGF), IL-10 oder das Radikal Stickstoffmonoxid (NO), das auch antimikrobielle Wirkung besitzt. Eine Überproduktion von NO oder TNFα (Tumor-Nekrosis-Faktor) durch Kupffer-Zellen, hervorgerufen z.B. durch das Mitogen Concanavalin A, führt zu einer Hepatitis mit starker Schädigung der Leber. Die Kupffer-Zellen spielen somit eine zentrale Rolle im komplexen Gefüge der immunologischen Reaktionen innerhalb der Leber. Entgiftung, Hepaton, immune clearance, Immunzellen.

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