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Lexikon der Biologie

Leukämie

Leukämie w [von *leuk- , griech. haima = Blut], umgangssprachlich Blutkrebs oder Weißblütigkeit genannt, von R. Virchow geprägter Überbegriff für bösartige Erkrankungen (Krebs) der weißen Zellen (Blutzellen, Leukocyten) des blutbildenden Systems (blutbildende Organe, Hämoblastosen) beim Menschen und bei Haustieren (besonders Geflügel) als Folge einer Reifungsstörung der Blutbildung (Farbtafel), die gekennzeichnet ist durch ungehemmte Vermehrung von unreifen funktionsunfähigen leukocytären Vorstufen, welche die normale Blutbildung im Knochenmark verdrängen. Die Entartung bzw. der Reifungsstopp kann praktisch auf jeder Reifungsstufe auftreten. Auslösende Ursachen können u.a. ionisierende Strahlen(Strahlenbelastung, Strahlenschäden), bestimmte Chemikalien und Chromosomenanomalien sowie (bis jetzt nur bei Tieren gesichert nachgewiesen; Felines Leukämie-Virus, Leukämieviren) Viren sein. Die vorherrschenden Formen der myeloischen Leukämie und lymphatischen Leukämie können a) nach klinischen Gesichtspunkten in chronische und akute Verlaufsformen sowie b) aufgrund morphologischer Besonderheiten in reifzellige und unreifzellige Leukämietypen unterteilt werden. Chronische Verlaufsformen zeichnen sich im wesentlichen durch eine Vermehrung von reifen Leukocyten, akute Verlaufsformen durch eine Vermehrung von atypischen unreifzelligen Zellen (= leukämische Blasten) aus. Die Kombination aus klinischen und cytomorphologischen Kriterien führt zu 4 Hauptformen der Leukämie, der akuten myeloischen Leukämie (AML), der akuten lymphatischen Leukämie (ALL), der chronisch-myeloischen Leukämie (CML) und der chronisch-lymphatischen Leukämie (CLL) ( ä vgl. Infobox ). adultes T-Zell-Leukämie-Lymphom, Blutgruppen, B1-Zellen, Chaos, Graffi (A.M.), Haarzellen, HTLV, Immun-Krebstherapie, Neumann (E.), Transplantationsimmunologie.

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