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Lexikon der Biologie

LFA

LFA, Abkürzung von leucocyte function associated molecule (oder lymphocyte function associated antigen), leukocytenfunktionsassoziierte Antigene, entscheidend an der Immunantwort beteiligte Adhäsionsmoleküle. LFA-1 oder LFA1 (αLβ2-Integrin, auch CD11a/CD18 [Integrine]) ist ein Oberflächen-Glykoprotein, das hauptsächlich auf T-Lymphocyten, aber auch auf Monocyten, Makrophagen (Phagocyten), neutrophilen Granulocyten, dendritischen Zellen und Natural-Killer-Zellen exprimiert wird. Es ist ein Heterodimer aus einer α- und einer β-Kette; letztere kommt auch im Komplement-Rezeptor 3 vor. LFA-1 interagiert mit den Zelladhäsionsmolekülen (Adhäsine) ICAM-1, ICAM-2 und ICAM-3 (ICAMs). Diese Interaktionen spielen eine wichtige Rolle beim Lymphocyten-homing, der Aktivierung naiver T-Lymphocyten (naive Lymphocyten, Lymphocyten-Aktivierung, T-B-Lymphocyt-Kollaboration) und der Leukocyten-Extravasion (Blutzellenadhäsion). LFA-1 kann in 2 verschiedenen Konformationen vorliegen, die sich in ihrer Affinität für ICAM-1 unterscheiden. Dies spielt eine besondere Rolle bei der Interaktion von LFA-1 auf der Oberfläche naiver T-Zellen mit ICAM-1, das auf der Oberfläche von sog. professionellen Antigen-präsentierenden Zellen (Makrophagen, dendritische Zellen, B-Lymphocyten) exprimiert wird. Die spezifische Interaktion des T-Zell-Rezeptors mit einem MHC:Antigen-Komplex (Haupt-Histokompatibilitäts-Komplex) auf einer Antigen-präsentierenden Zelle induziert hierbei die Konformationsänderung zur hochaffinen Form von LFA-1. Dies verlängert und verstärkt die Interaktion der Zellen und erlaubt die Aktivierung der T-Zelle. Experimentell kann diese Veränderung auch durch Myristoylphorbolacetat oder durch die Vernetzung von CD2 oder CD3 (CD-Marker) auf der T-Zelle erreicht werden.
LFA-2 oder LFA2 (CD2) ist ein T-Zell-Adhäsionsmolekül der Immunglobulin-Superfamilie, das mit dem strukturell verwandten LFA-3 interagiert.
LFA-3 oder LFA3 (CD58) ist ein Adhäsionsmolekül der Immunglobulin-Superfamilie, das auf Lymphocyten und Antigen-präsentierenden Zellen sowie Granulocyten, Thrombocyten, Fibroblasten und Endothelzellen der Blutgefäße exprimiert wird; es interagiert mit LFA-2 (auf T-Zellen) und dient der Stabilisierung des Kontakts zwischen T-Zellen und Antigen-präsentierenden Zellen. Da aktivierte T-Zellen (sog. Effektor-T-Zellen; Effektorzellen) 2–4mal soviel LFA-1 und LFA-2 auf ihrer Oberfläche exprimieren wie naive T-Zellen, können diese auch mit Zielzellen interagieren, die nicht zur Gruppe der Antigen-präsentierenden Zellen gehören und geringere Mengen LFA-3 und ICAM-1 auf der Oberfläche tragen. Diese Interaktion ist z.B. wichtig für die Cytolyse von infizierten, nicht-Antigen-präsentierenden Zellen durch aktivierte cytotoxische T-Lymphocyten.

A.F.

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