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Lexikon der Biologie

Lymphfollikel

Lymphfollikel [von *lymph- , latein. folliculus = Säckchen], Lymphknötchen, Lymphkörperchen, Lymphonoduli, Noduli (Folliculi) lymphatici, dichte, makroskopisch sichtbare Ansammlungen von Lymphocyten im reticulären Bindegewebe vieler Organe, besonders der Darmschleimhaut (Darm), zuweilen auch in (vor allem mehrschichtige) Epithelien einwandernd (Mandeln). Lymphfollikel sind selbst keine Organe; sie entstehen entweder einzeln auf lokale Reize hin als vorübergehende Bildungen (Solitärfollikel, Lymphonoduli solitarii) oder treten als permanente Strukturelemente lymphatischer Organe in Form größerer Aggregate aus zahlreichen solchen Follikeln (Lymphonoduli aggregati) auf. In einem frühen Funktionsstadium erscheinen sie als homogene Lymphocyten-Aggregationen (Primärknötchen), in fortgeschrittenem Stadium dagegen besitzen sie einen zellärmeren Zentralbereich (Reaktionszentrum), der von einem dichteren „Lymphocytenwall" umgeben ist (Sekundärknötchen). In den Lymphfollikeln erfahren vordem noch undifferenzierte Lymphocyten durch den Kontakt mit vorgeprägten Gedächtniszellen und Helfer-Zellen (Immunzellen) ihre Aufgabenprägung zur Bildung spezifischer Antikörper, z.B. zur Abwehr einer akuten Infektion. Zugleich findet in den Lymphfollikeln eine mitotische Vermehrung bereits geprägter Lymphocyten statt.

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