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Lexikon der Biologie

Meeresablagerungen

Meeresablagerungen, marine Sedimente, Meeressedimente, enthalten alle Stoffe, die vom Land her, zumeist durch Wasser (Eis) und Wind (Windfaktor), ins Meer hineintransportiert wurden oder in ihm selbst entstanden sind. Unterschieden werden 1) mechanische (= klastische), 2) chemische und 3) organische oder organogene Stoffe. Die große Masse der Meeresablagerungen besteht aus einer Mischung aller 3 Komponenten. Da Meere 70,8% der Erdoberfläche bedecken, sind Meeresablagerungen allein schon deswegen weitaus häufiger als solche des Festlands; das gilt auch für die erdgeschichtlich überlieferten Sedimente. Festlandsnähe und Wassertiefe bestimmen entscheidend die Zusammensetzung der Meeresablagerungen. Sie werden ferner eingeteilt in Flach- und Tiefseeablagerungen. Flachseeablagerungen (= 8%) entstehen im Küstenbereich (Litoral), auf dem Kontinental-Schelf (bis 200 m Tiefe, neritisch) und dem äußeren Schelfrand (bis 900 m Tiefe, Bathyal). Sie setzen sich vorwiegend zusammen aus Geröllen, mehr oder weniger kalkigen Schlicken und Sanden, Riffkalken, Mudden und Mineralanhäufungen (Lagerstätten) von Phosphorit, Glaukonit, Schwermineralen und anderen. Fossile Sedimente gehören vor allem diesem Typus an. Tiefseeablagerungen (= 92%) entstehen im Bereich des Kontinentabhangs (tiefer als 300 m, hemipelagisch; Kontinentalhang) und der eigentlichen Tiefsee (unter 3000 m, eupelagisch; Tiefseefauna) in Gestalt von Blau-, Rot- oder Grünschlick (Schlick), Grünsand, Diatomeenschlamm, Coccolithophoridenschlamm, Globigerinenschlamm, Radiolarienschlamm und Pteropodenschlamm und von Rotem Tiefseeton. Fossile Radiolarite könnten genetisch dem rezenten Radiolarienschlamm entsprechen. Kalk- und Kieselschlämme, Zeolithe, Roter Ton und Manganknollen kommen als mögliche Mineralressourcen in Betracht. – In 1000 Jahren lagern sich schätzungsweise 5–100 cm Blauschlick, 1–3 cm Globigerinenschlamm oder 1–2 mm Roter Tiefseeton ab. biogenes Sediment.

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