Myoneme [von *myo- , griech. nēma = Faden], Kinoplasma, kontraktile Fibrillen im Corticalplasma zahlreicher, vor allem sessiler Wimpertierchen, so die Spasmoneme in den Stielen von Trompetentierchen und Glockentierchen. Myoneme bestehen aus Bündeln 2–4 nm dicker Filamente der globulären Proteine Spasmin A und B. Solche Spasminfilamente sind hochelastisch und vermögen sich extrem rasch (binnen 4–10 ms, also etwa 10mal so schnell wie das Actomyosin-System [Actomyosin]) unter Ca2+-Bindung (Calcium) auf etwa 1/4 ihrer Länge zu verkürzen bzw. unter Ca2+-Freisetzung sehr langsam (ca. 1 s) wieder aktiv zu strecken – und dies anders als bei der Actomyosin-Wechselwirkung ohne unmittelbare ATP-Beteiligung. Die dennoch notwendige Energie wird dem System bei der Bereitstellung der Ca2+-Ionen durch Calcium-Pumpen zugeführt. Diese aktiven Längenänderungen sind vermutlich zurückzuführen auf intramolekulare Konformationsänderungen (Konformation), was auch deren extreme Geschwindigkeit erklärte. Einzeller, sliding-filament-Mechanismus.