Oxidation w [von *oxi- ); Verb oxidieren], 1) ursprünglich Bezeichnung für langsame, schnelle oder explosionsartig verlaufende direkte Vereinigung von Sauerstoff mit anderen chemischen Elementen oder Verbindungen. Später erfolgte eine Erweiterung des Begriffs, indem alle Vorgänge, die unter Sauerstoffaufnahme bzw. Wasserstoffabgabe (Wasserstoff) verlaufen, als Oxidation bezeichnet werden. Aufgrund der elektrochemischen Deutung chemischer Prozesse läßt sich die Erscheinung der Oxidation und Reduktion auf eine noch breitere Grundlage stellen ( vgl. Infobox ). Heute versteht man unter Oxidation den Entzug von Elektronen aus den Atomen eines chemischen Elements oder einer Verbindung. Die oxidierende Wirkung eines Oxidationsmittels beruht demnach auf seiner Fähigkeit, Elektronen zu entziehen. Außer Sauerstoff haben dieses Bestreben auch andere Elemente (z.B. Fluor und Chlor), geladene Ionen (z.B. 3fach geladenes Eisen oder 7fach geladenes Mangan) und Verbindungen (z.B. Wasserstoffperoxid oder Salpetersäure). Auch kann die Oxidation ohne chemische Stoffe elektrolytisch mittels einer Anode erfolgen (anodische Oxidation). Oxidationsprozesse spielen in Natur und Technik eine außerordentlich wichtige Rolle (Cooxidation, Photooxidation, Redoxpotential, Redoxreaktionen, unvollständige Oxidation). Boyle (R.), Göttling (J.F.A.), Lavoisier (A.L. de). 2) biologische Oxidation, die Energiegewinnung durch stufenweise Oxidation energiereicher organischer Stoffe (energiereiche Verbindungen), katalysiert durch Oxidoreductasen vor allem innerhalb der Atmungskette. Abbau, Wieland (H.O.). 3) Beta-Oxidation, β-Oxidation, beim Abbau von Fettsäuren die sukzessive Abspaltung von Gliedern aus 2 C-Atomen, wobei β-Hydroxy- und β-Ketosäuren als Zwischenprodukte in (an Coenzym A) gebundener Form auftreten. α-Oxidation, Autoxidation, Knoop (F.).