Redoxreaktionen [von *redox- ], Reduktions-Oxidations-Reaktionen, chemische Reaktionen, bei denen die Übertragung eines oder mehrerer Elektronen von einem Elektronendonor (Reduktionsmittel) auf einen Elektronenakzeptor (Oxidationsmittel) stattfindet (Reduktion, Oxidation). Bei vielen Redoxreaktionen ( vgl. Infobox ) erfolgt die Elektronenübertragung als Übertragung eines Wasserstoff-Atoms (= 1 Elektron + 1 Proton; Proton, Wasserstoff, Wasserstoffübertragung) bzw. eines Hydrid-Anions (= 2 Elektronen + 1 Proton; Hydridion), was für das Oxidationsmittel mit Hydrierung, für das Reduktionsmittel mit Dehydrierung gleichbedeutend ist. Die Bezeichnungen Reduktionsäquivalent oder Elektronenäquivalent sind synonym für ein Mol eines bei einer Redoxreaktion ausgetauschten Elektrons (Reduktionsäquivalente). Im Stoffwechsel der Zelle sind Redoxreaktionen weit verbreitet (Redoxpotential [Tab.]). Beispiele für mehrere hintereinandergeschaltete Redoxreaktionen (sog. Redoxkaskaden) sind die Atmungskette (Abb.) und die Lichtreaktion der Photosynthese (Abb.). – Bei allen Redoxreaktionen in der Umwelt unter natürlichen Bedingungen sind Mikroorganismen entscheidend beteiligt. Einige wenige Beispiele für diese Organismen sind Thiobacillus, Nitrosomonas, Nitrobacter und Desulfovibrio (nitrifizierende Bakterien, Sulfatreduzierer). Die Übertragung von Elektronen auf z.B. geringlösliche Oxide kann auch ohne direkten Kontakt der Mikroorganismen zur Mineraloberfläche erfolgen: Geobacter metallireducens z.B. verwendet gelöste Huminstoffe als „Elektronenshuttle“ zur Oxid-Oberfläche. Redoxreaktionen beeinflussen die Stabilität von Mineralen und die Mobilität (Mobilisierung) der Elemente (Bodenentwicklung, Bodenreaktion). Die Oxidation von Fe2+ zu Fe3+ (Eisen) ist verbunden mit der Bildung geringlöslicher Fe-Oxihydroxide. Hingegen wirkt die Oxidation sulfidischen Schwefels (S2–) zu Sulfat (S6+) mobilisierend.