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Lexikon der Biologie

reticulo-endotheliales System

reticulo-endotheliales System s, reticulo-histiocytäres System, Abk. RES, Teil des Infektions- und Fremdstoffabwehrsystems bei Wirbeltieren und Mensch. Unter dem von L. Aschoff (1913) geprägten Begriff wird eine Reihe von Zellen und Geweben ganz unterschiedlicher Gestalt und Herkunft zusammengefaßt, die zur Phagocytose (Endocytose [Abb.]) fähig sind, d.h. zur Aufnahme und Speicherung von Fremdstoffen (Farbstoffspeicherung) oder zur Vernichtung zum Teil vorher durch andere Zellen des Immunsystems markierter Fremdzellen (Bakterien) bzw. alternder körpereigener Zellen, z.B. Erythrocyten (Blutmauserung). Zum RES gerechnet werden die Kapillar-Endothelien, speziell die Uferzellen der Leber- (Kupffersche Sternzellen) und Milz-Sinus sowie die Zellen des reticulären Bindegewebes (Reticulumzellen; Milz, lymphatische Organe, Knochenmark) und von ihnen abstammende freie Zellen (Makrophagen, Histiocyten). Experimentell läßt das RES sich durch die Injektion von Kohlepartikeln in Versuchstiere darstellen. Durch die Aufnahme der Partikel färbt sich das RES schwarz.

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