Salmonellen, in der Umgangssprache und Medizin übliche Benennung der Bakterien aus der Gattung Salmonella (gramnegative, fakultativ anaerobe Stäbchen), hauptsächlich der Erreger (ca. 40 „Arten“) von Krankheiten (Salmonellosen, vgl. Tab. ) und der Nahrungsmittelverderber (Nahrungsmittelvergiftungen). Entsprechend ihrer human- oder veterinärmedizinischen Bedeutung wurde den zuerst isolierten Serovarietäten (serologische Typen) ein eigener Artname gegeben, meist nach der verursachten Krankheit (z.B. Salmonella typhi; Typhus). Spätere Isolierungen wurden normalerweise nach dem ersten Fundort benannt (z.B. Salmonella london). Aufgrund genetischer Untersuchungen werden heute die meisten Salmonellen (99%), die Warmblüter infizieren, der Art Salmonella enterica subsp. enterica (bzw. serologische Gruppe I) zugeordnet ( vgl. Tab. ) oder als Unterarten von Salmonella choleraesuis angesehen. Die genaue Benennung von Salmonella london ist danach Salmonella enterica subsp. enterica serov. London. In Kaltblütern und außerhalb von Organismen sind Arten bzw. Unterarten der serologischen Gruppen II und III (Arizona-Gruppe) sowie IV (–VI) zu finden (Salmonella [Tab.]). Die Pathogenität von Salmonellen ist abhängig von Serovarietät („Stamm“), Anzahl der aufgenommenen Keime (Dosis) und allgemeinem Zustand des Wirts. Salmonellen sind die am weitesten verbreiteten Nahrungsmittelvergifter. Sie verursachen eine akute Gastroenteritis, ausgelöst durch ein thermolabiles Enterotoxin, das dem der enteropathogenen Coli-Bakterien (Escherichia coli) und dem der Cholera-Vibrionen (Vibrio, Cholera, Choleratoxin) ähnlich ist. Salmonellen können Plasmide für Antibiotika-Resistenz enthalten.

G.S.