Schlammfliegen, 1) Eristalis, Gattung der Schwebfliegen. 2) Megaloptera, Großflügler, Ordnung der holometabolen Insekten aus der Gruppe der Netzflüglerartigen (Neuropteroidea), Schwestergruppe der Netzflügler (Neuroptera, früher Planipennia) mit ca. 250, in Mitteleuropa nur 3 Arten aus der Familie Sialidae (Schlammfliegen i.e.S., Wasserflorfliegen). Der Körper weist die typische Dreiteilung der Insekten in Kopf, Brust und Hinterleib auf. Der flache Kopf trägt 2 mittelgroße Komplexaugen, nach vorne gerichtete kauend-beißende Mundwerkzeuge, die bei den Männchen mancher Arten verlängerte, säbelförmige Oberkiefer aufweisen. Die dicht vor den Augen eingelenkten fadenförmigen Fühler sind in der Regel fast körperlang und bestehen aus maximal 40 Gliedern. Das erste, gut bewegliche Segment der dreigliedrigen Brust ist mehr oder weniger rechteckig. Damit lassen sich die Schlammfliegen deutlich von den verwandten Kamelhalsfliegen unterscheiden. Jedes Brustsegment trägt 2 Paar 5gliedrige Beine, die zum Laufen auf glattem Untergrund mit Hafthaaren versehen sind. Die beiden hinteren Brustabschnitte tragen je 1 Paar häutiger, ovaler, graubraun gezeichneter Flügel, welche die Schlammfliegen zu einem meist nur trägen Flatterflug befähigen. Die in der Ruhe dachartig zusammengelegten, den Hinterleib überragenden Flügel sind bei der Familie Corydalidae (Großflügler) weniger geädert und im Gegensatz zu der Familie Sialidae (Wasserflorfliegen) mit Flecken und Querbinden versehen. Die 10 Hinterleibssegmente gleichen sich mit Ausnahme der beiden letzten, welche die Begattungsorgane und beim Männchen die 1gliedrigen Cerci tragen. Die zylindrischen Eier werden in Portionen zu mehreren Hundert in Wassernähe an Stämme, Zweige und ähnliches geklebt. Die Larven ( vgl. Abb. ) leben räuberisch im Wasser; charakteristisch sind je 1 Paar unverzweigte Tracheenkiemen an den ersten 7 (Sialidae) bzw. 8 (Corydalidae) Hinterleibssegmenten. Die Entwicklung verläuft holometabol. Zur Verpuppung verläßt die Larve das Wasser. Die ca. 15 mm große Imago ( vgl. Abb. ) der Sialis fuliginosa und der ähnlichen Sialis lutaria findet man bei uns in Gewässernähe im April und Mai. Die erste Art entwickelt sich vor allem in sauberen Fließgewässen. Die sehr seltene Sialis nigripes lebt vor allem an großen, offenen Flüssen. Beide Arten gelten in Deutschland als im Bestand stark gefährdet. Eine Flügelspannweite bis 16 cm erreicht die von Mexiko bis Kanada heimische Corydalis cornutus.



Schlammfliegen



1 Junglarve von Sialis flavilatera, ca. 1 mm; 2 Sialis spec.: a Larve, b Puppe, c Imago