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Lexikon der Biologie

Sequenzhomologie

Sequenzhomologie w [von griech. homologia = Übereinstimmung], die Ähnlichkeit (Homologie) zwischen Nucleinsäuren (Nucleotidsequenzhomologie bei DNA oder RNA) oder Proteinen (Aminosäuresequenzhomologie) aufgrund identischer Bausteinsequenzen in mehr oder weniger ausgedehnten Teilbereichen. Die Sequenzhomologie wird in Prozent identischer Positionen beim Vergleich zweier Nucleinsäuren- bzw. Peptidketten angegeben ( vgl. Infobox ), wobei 100% Sequenzhomologie völlige Identität der verglichenen Kettenmoleküle bedeutet, bei Nucleinsäuren aber schon 25% (100/4), bei Proteinen 5% (100/20) identische Positionen der Zufallserwartung entsprechen und damit zur Ableitung verwandtschaftlicher Beziehungen entfallen. Z.B. zeigen die Isoenzyme oder die DNAs homologer Chromosomen eines Organismus fast 100%ige Sequenzhomologien. Aufgrund von Sequenzhomologien bei ubiquitären Proteinen, wie z.B. den Cytochromen, wurden schon in den 1960er Jahren molekulare Phylogenien aufgestellt (molekulare Systematik), durch welche die früher vor allem aufgrund morphologischer Kriterien aufgestellten Phylogenien bestätigt und zum Teil verfeinert werden konnten. Heute werden zunehmend auch Sequenzhomologien von Nucleinsäuren zur Ermittlung phylogenetischer Beziehungen herangezogen, wobei sich besonders die Sequenzhomologien zwischen den in allen Organismen enthaltenen rRNAs (ribosomale RNA) bzw. rDNAs eignen (Ribosomen). Die Taxonomie von Bakterien, bei denen morphologische Merkmale weitgehend fehlen, basiert größtenteils auf den Sequenzhomologien ribosomaler 16S-rRNAs bzw. 16S-rDNAs (Archaebakterien). Ähnlichkeitskoeffizient, evolutionäre Uhr, molekulare Evolution, SAB-Wert, Sequenz-alignment, Sequenzstammbaum.

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