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Lexikon der Biologie

somatische Rekombination

somatische Rekombination w, Bezeichnung für die Neukombination von Gensegmenten in Somazellen. Die DNA-Konfiguration in diesen Zellen unterscheidet sich von der Keimbahnkonfiguration. Die somatische Rekombination wurde zuerst in B-Lymphocyten entdeckt, wo sie während der B-Zell-Entwicklung stattfindet. Während die C-Region (konstante Region) der Immunglobuline von einem Gensegment codiert wird, entsteht das V-Region-Gen erst durch Kombination von mehreren Gensegmenten auf DNA-Ebene (Immunglobulin-Gen-Rearrangement). Für die L-Ketten kommt es zur Kombination von J-Gensegmenten und V-Gensegmenten, für die H-Kette zur Kombination von V-, J- und D(diversity)-Segmenten (D-Gene). Die so rearrangierten V-Gene werden dann einschließlich des C-Region-Gens transkribiert. Zwischen V- und C-Gen liegende D- und J-Gensegmente sowie Intronen werden durch Spleißen entfernt. Dieser Prozeß gewährleistet, daß trotz der begrenzten Anzahl an V-, D- und J-Genen durch die vielfachen Kombinationsmöglichkeiten ca. 107 Antikörper mit verschiedenen Antigenspezifitäten gebildet werden können (kombinatorische Diversifikation). Bei diesem Verknüpfungsprozeß von Gensegmenten kommt es zu Ungenauigkeiten (Verknüpfungsdiversifikation), d.h., an den Segmentgrenzen können Nucleotide deletiert werden, aber auch neue, nicht durch die DNA codierte Nucleotide durch das Enzym terminale Transferase (terminale Desoxynucleotidyl-Transferase) hinzugefügt werden (sog. N-Region-Nucleotide). Dies erhöht die Antikörpervielfalt zusätzlich. Die somatische Rekombination findet man auch bei den T-Zell-Rezeptor-Genen. Chromosomenpaarung, Immunglobulin-Gene, Rekombination.

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