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Lexikon der Biologie

Suppressor-T-Lymphocyten

Suppressor-T-Lymphocyten, T-Suppressor-Lymphocyten, Suppressor-T-Zellen, Suppressorzellen, Immunzellen (Lymphocyten), die an der Unterdrückung, Regulation und Beendigung einer Immunantwort beteiligt sind. Neben der klonalen Deletion (B-Zell-Entwicklung, T-Zell-Erziehung) tragen sie über die Erzeugung der sog. peripheren Toleranz (Immuntoleranz) zum Selbstschutz des Organismus bei. Obwohl die Existenz von Zellen dieses Typs bereits vor 30 Jahren aufgrund experimenteller Daten postuliert wurde, ist es erst der neuesten Forschung (2002) gelungen, sie zu isolieren und funktionell zu untersuchen. Die Suppressorzellen sind in Mensch und Maus durch die Oberflächenmarker (CD-Marker [Tab.]) CD4+ und CD25+ charakterisiert und bilden somit eine weitere Untergruppe der Helfer-Zellen (TH1-Zellen, TH2-Zellen). Die Zellen scheinen sich in einem dauerhaft inaktiven Zustand (Anergie) zu befinden, denn sie reagieren nicht auf eine Stimulation über ihren T-Zell-Rezeptor (Lymphocyten-Aktivierung). Die Funktionsweise dieser Zellen wird zur Zeit intensiv untersucht. Sie scheinen sowohl auf normale CD4+-Helfer-Zellen als auch auf CD8+-cytotoxische T-Lymphocyten inhibierend zu wirken. Beteiligt sind daran sowohl Zell-Zell-Kontakte (junctions) als auch die Sekretion inhibitorischer Interleukine (IL-4, IL10). Möglicherweise wirken die Suppressorzellen indirekt, indem sie die Costimulation durch Antigen-präsentierende Zellen beeinflussen. Diese Ergebnisse beruhen im wesentlichen auf Experimenten mit adoptivem Transfer dieser Zellen in verschiedene Mausmodelle (z.B. für Autoimmunität, Allergie, Transplantatabstoßung), jedoch sind solche Zellen in analogen humanen Krankheitsbildern inzwischen ebenfalls identifiziert worden.

O.L.

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