Trauma s [von *trauma- ; Adj. traumatisch], eine durch äußere Gewalteinwirkung (z.B. auch Mißhandlung) bedingte körperliche (physische) oder psychische Schädigung. Die physische Schädigung wird im neurologischen Fachgebiet unterteilt in das Schädel-Hirn-Trauma, das Rückenmarkstrauma sowie Schäden durch physikalische Einwirkungen, welche das Elektrotrauma, den Hitzschlag (Folge einer Wärmestauung mit Erhöhung der Kerntemperatur), die Insolation (Folge einer isolierten Sonnenbestrahlung des Kopfes) sowie die Dekompressionskrankheit (Caissonkrankheit) umfassen. Das psychische Trauma ist ein vitales Diskrepanzerleben zwischen bedrohlichen Situationsfaktoren und individuellen Bewältigungsmöglichkeiten (Coping), das mit Gefühlen von Hilflosigkeit und schutzloser Preisgabe einhergeht und so eine Erschütterung von Selbst- und Weltverständnis bewirkt. Dabei rufen nicht Angst oder Streß per se die traumatische Wirkung hervor, sondern das subjektive Erleben von Hilflosigkeit und schutzloser Preisgabe. Die Symptome eines psychotraumatischen Belastungssyndroms (PTBS) können sein: Desorientierung, Verzweiflung, Trauer, Aggression, unangemessene und ziellose Überaktivität; es kann auch zu einem Erstarren kommen, das (mit Vorbehalt) dem Totstellreflex (Totstellverhalten) bedrohter Einzeltiere ähnelt. Alle diese Symptome klingen meist nach mehreren Stunden bis wenigen Tagen ab. Bei sehr starken Traumen (z.B. Naturkatastrophen, Opfer von Geiselnahme) können noch Monate nach dem Ereignis Nachhallerinnerungen (flash-backs), Vermeidungsverhalten hinsichtlich der Bedingungen und Umstände, die zum Trauma geführt haben, Unfähigkeit, sich an wichtige Details des Traumas zu erinnern, sowie Schreckhaftigkeit, Reizbarkeit, Schlaf- und Konzentrationsstörungen auftreten. Extreme Traumen (z.B. Folter) können zu lebenslangen Persönlichkeitsänderungen führen – mit andauerndem Mißtrauen, sozialem Rückzug, andauerndem Gefühl der Bedrohung, der Leere und Reizbarkeit. Schmerz.