Berliner Blau, Eisen(III)-hexacyanoferrat(II), auch als Preußischblau oder Eisencyanblau bezeichnet, FeI4II[FeII(CN)6]3·n H2O (n = 14 ... 16), tiefblaue, wasserunlösliche, durch Vereinigung von gelbem Blutlaugensalz (Cyanoferrate) mit überschüssigen Eisen(III)-Ionen resultierende koordinationspolymere, kubisch kristallisierende Verbindung mit oktaedrisch koordinierten, cyanidverbrückten Eisen(II)-(FeII(CN)6) und Eisen(III)-(FeIII(NC)6 : FeIII(NC)4(OH2)2 = 1 : 3) Ionen. Die intensive Farbe von B. B. beruht auf einem Elektronenübergang zwischen Fe2+- und Fe3+-Ionen (charge-transfer-Übergang). Die durch Versetzen von rotem Blutlaugensalz (Cyanoferrate) mit überschüssigen Eisen(II)-Ionen gebildete, früher als Turnbulls Blau bezeichnete Verbindung ist nach ESR- und Mößbauer-spektroskopischen Untersuchungen mit B. B. identisch. B. B. wird als Blaupigment in Druckfarben, Lacken (Automobilindustrie), Buntpapieren und Tinten verwendet. Durch Umsetzung von Eisen(III)-salzlösungen mit K4[Fe(CN)6] oder Eisen(II)-salzlösungen mit K3[Fe(CN)6], jeweils im äquimolaren Verhältnis, erhält man "lösliches Berliner Blau" derselben, idealisierten Formel KFe[Fe(CN)6] in Form kolloidaler Lösungen.