Hyperoxide, vornehmlich von den Alkalimetallen gebildete Verbindungen, die das O2--Ion enthalten. Die Struktur des Hyperoxid-Ions O2- ist, wie aus dem MO-Schema des O2-Moleküls (Molekülorbitaltheorie, Abb. 4) durch Einbau eines Elektrons verständlich wird, durch ein ungepaartes Elektron auf einem π*-Molekülorbital charakterisiert. Diesem Umstand ist der Paramagnetismus der H. zuzuschreiben. Man gewinnt die gelb- bis orangefarbenen H. des Kaliums, Rubidiums und Cäsiums durch Verbrennen der Metalle im Sauerstoffstrom; Natriumhyperoxid bildet sich durch Erhitzen von Natriumperoxid in Sauerstoffatmosphäre bei 30 MPa und 500 °C. Lithiumhyperoxid ist nicht bekannt. Die H. sind starke Oxidationsmittel. Mit Wasser reagieren sie unter Freisetzung von Sauerstoff: 2 O2- + H2O → O2 + HO2- + OH-, 2 HO2- → 2 OH- + O2.