Respirationskammer, E respiration chamber, Versuchseinrichtung, die je nach Auslegung zur indirekten oder zur direkten Kalorimetrie eingesetzt wird (vgl. Carl v. Voit).

Zur direkten Kalorimetrie dient die Respirationskammer nach Atwater und Rosa (Atwater-Respirationskalorimeter): Sie besteht aus einem geschlossenen System, gebildet aus einer von isolierten Wänden umgebenen Kammer, in der sich die Versuchsperson aufhält. Die von der Versuchsperson abgegebene Wärme wird von fließendem Wasser absorbiert, welches in einem Rohrsystem durch die Kammer geleitet wird. Die Temperaturdifferenz von zugeführtem und aus der Kammer austretendem Wasser wird bestimmt. Durch eine Klappe können Nahrung und Getränke in die Kammer sowie Exkremente aus dieser heraus gelangen (zur weiteren kalorimetrischen Untersuchung). In die Kammer wird von außen Sauerstoff eingeleitet, die Abluft wird über ein Gebläse durch Absorptionstanks zur Bestimmung der Wasser- und CO2-Bildung geleitet (Respiratorischer Quotient) und wieder der Kammer zugeführt. Eine moderne Abwandlung dieser Kammer ist ein Spezialanzug für die Probanden, der ebenfalls die Bestimmung aller Parameter der zugeführten und abgeführten Substanzen sowie der Wärmeabgabe ermöglicht, ohne dass die Testperson „eingesperrt“ werden muss.

Die R. nach dem offenen System zur indirekten Kalorimetrie unterscheidet sich v. a. in der Zu- und abführung der Atemgase: Es wird Luft bekannter Zusammensetzung in die Kammer geleitet und die Zusammensetzung der Abluft bestimmt, diese jedoch nicht mehr in die Kammer zurückgeführt. Gemessen werden das Gasvolumen, welches die Kammer durchströmt, deren Zusammensetzung sowie Druck, Feuchtigkeit und Temperatur in der Kammer. Aus diesen Daten lässt sich der respiratorische Quotient bestimmen.

Versuche mit R. sind aufwändig (hoher Anschaffungspreis), eignen sich nur für Ruhestudien (keine Belastung durch körperliche Aktivität) und setzen gut instruierte Probanden voraus.