außertropische Westwindzone, ektropischer Westwindgürtel, eine im Mittel zwischen 35-60° Breite auf beiden Hemisphären näherungsweise breitenkreisparallel auftretende Zone, in der von West nach Ost gerichtete Luftströmungen hoher Windgeschwindigkeit in allen Höhenniveaus ganzjährig dominieren. Diese Westdrift oder Westwinddrift ist eine aus den starken Druckgradienten zwischen dem subtropischen Hochdruckgürtel und der subpolaren Tiefdruckrinne unter der Wirkung der Corioliskraft entstehende Westströmung (atmosphärische Zirkulation). Sie ist über den Ozeangebieten der Südhemisphäre auch im Bodenniveau im Bereich des 40. südlichen Breitenkreises ("roaring fourties") besonders intensiv ausgebildet.

Polwärts der Westdrift werden subtropische Luftmassen aus den subtropischen Hochdruckgebieten und polare Luftmassen aus den polaren Hochdruckgebieten in engen Kontakt zueinander gebracht. Im Grenzbereich zwischen diesen Luftmassen bilden sich im Bodenniveau außertropische Zyklonen aus, die mit der Westdrift in östliche Richtung wandern und den Wetterablauf unbeständig gestalten. Im Bereich großer außertropischer Zyklonen und beim Auftreten von Cut-off-Prozessen kann es zeitweilig in allen Höhenniveaus zu einer weitgehend meridionalen Ausrichtung der Hauptströmungsrichtung kommen (blocking action). Diese kann bis zu mehrere Wochen lang für einen Teilbereich der zirkumpolaren Westdrift bestimmend bleiben, wird aber schließlich wieder durch die breitenkreisparallele (zonale) Westströmung verdrängt. Ein Maß für die Zonalität der Westdrift ist der Zonalindex. Auf der Südhalbkugel ist die Westwinddrift stärker als auf der Nordhalbkugel aufgrund des stärkeren Temperaturgradienten in der Frontalzone. Weiträumige Mäanderwellen, Cutt-off-Prozesse und blocking actions sind auf der Südhalbkugel aber äußerst selten.

DKl