Ikonographie [von griechisch eikon=Bild und graphein=schreiben], die Beschreibung und Interpretation von Themen, Motiven und Inhalten in Werken der bildenden Kunst. In der jüngeren angelsächsischen Kulturgeographie (new cultural geography) wurde der aus der Kunstgeschichte entlehnte ikonographische Ansatz in den 1980er-Jahren als eine Methode der Interpretation von "Landschaft" eingeführt, die hier sowohl in ihrer materiellen Substanz (z.B. Parkanlagen, städtebauliche Strukturen) als auch in dargestellter Form (z.B. Malerei, Photographie, Kartographie) als Träger vielfältiger Bedeutungen begriffen wird. Eine ikonographische Analyse versucht über die Beschreibung der einzelnen Elemente und der Komposition des betrachteten Objekts zur Interpretation des symbolischen Gehalts und zur Aufdeckung tieferer Bedeutungsschichten zu gelangen. Landschaften werden dabei als Ergebnis kulturhistorischer und sozialer Prozesse, aber zugleich auch in ihrer eigenen gesellschaftlichen Wirkung betrachtet. Die einer Landschaft zugeschriebenen Bedeutungen sind häufig ideologisch aufgeladen und können der Konstruktion nationaler oder regionaler Identitäten dienen. Ein Beispiel liefern Debatten um die Gestaltung öffentlicher Räume als Orte des Erinnerns. Durch die Rekonstruktion von Entstehungszusammenhängen und Veränderungen in der Bedeutungszuschreibung wird die Ikonographie auch als Methode der Politischen Geographie bedeutsam.

MH