Aggregatzustand, physikalischer Zustand eines Stoffes, der bei vorgegebenen Werten von Druck und Temperatur einerseits durch die Anziehungskräfte (z.B. chemische Bindungskräfte) zwischen den Atomen oder Molekülen und andererseits durch deren Wärmebewegung (Brownsche Bewegung) bestimmt wird. Im festen Aggregatzustand überwiegen die Bindungskräfte und bestimmen die stabile Struktur eines Stoffes (z.B. in einem Kristall). Wird der Stoff bei konstantem Druck erwärmt, so werden die Bindungskräfte durch die zunehmende Wärmebewegung der Atome und Moleküle zunächst nur so stark gelockert, daß diese gegeneinander verschoben werden können, der Stoff wird weich. Bei weiterer Temperaturerhöhung geht der Stoff bei Überschreitung des Schmelzpunktes durch Schmelzen in den flüssigen und bei Überschreiten des Siedepunktes durch Verdampfen in den gasförmigen Aggregatzustand über ( Abb. 1 u. 2 ). Umgekehrt geht ein gasförmiger Stoff bei Abkühlung unter den Siedepunkt wieder durch Kondensation in den flüssigen und bei weiterer Abkühlung unter den Schmelzpunkt durch Erstarren (Gefrieren im Fall von Wasser) wieder in den festen Aggregatzustand über. Wird dabei der flüssige Zustand übersprungen, so spricht man von Sublimation. Wird die Temperatur eines gasförmigen Stoffes weiter stark erhöht, können die Moleküle zerfallen (thermische Dissoziation) und die Atome schließlich ionisiert werden. Dieser Aggregatzustand, in dem der Stoff elektrisch leitend ist, wird als Plasma bezeichnet. Die Bedingungen, bei denen ein reiner Stoff in seinen verschiedenen Aggregatzuständen existieren kann, werden im Zustandsdiagramm dargestellt. Nur bei den durch die Dampfdruckkurve, die Schmelzpunktkurve bzw. durch die Sublimationskurve gegebenen Werten von Temperatur und Druck kann der Stoff gleichzeitig in zwei verschiedenen Aggregatzuständen vorkommen (Phasenübergänge). [USch]


Aggregatzustand 1: Zustandsdiagramm von reinem Wasser (T = Tripelpunkt). Aggregatzustand 1:

Aggregatzustand 2: Zustandsdiagramm von Kohlenstoff (T = Tripelpunkt). Aggregatzustand 2: