Dünnschliff, durchsichtige Plättchen unterschiedlicher Größe in einer Dicke zwischen 0,02-0,03 mm. Sie werden von Gesteinen, Mineralien, Fossilien oder mit Spezialharz gehärteten anderen Materialien angefertigt, um unter dem Mikroskop ihre Zusammensetzung, ihre optischen Eigenschaften oder Feinstrukturen zu bestimmen. In die Mineralogie wurde die Methode der polarisationsmikroskopischen Untersuchung im Durchlicht 1858 von dem Engländer H.C. Sorby eingeführt. Wichtig ist das Objektträgerformat 48×28 mm ("Gießener Format"), das wegen der ständig notwendigen Objekttischdrehung an das Polarisationsmikroskop und an den Universaldrehtisch angepaßt ist. Objektträger und Deckgläser bestehen aus spannungs-, blasen- und einschlußfreiem Glas. Zur Herstellung des Dünnschliffes wird das Material einseitig beschnitten und angeschliffen. Die Schleifflüssigkeit darf das Material nicht lösen. Die angeschliffene Fläche wird mit Canadabalsam oder einem anderen Einbettungsmittel auf den Objektträger aufgekittet und die Substanzprobe von der anderen Seite so weit heruntergeschliffen, bis sie genügend durchsichtig ist. Die Schliffdicke wird aus der Interferenzfarbe des Quarzes erkannt. Man schleift soweit, bis Quarz das Grau der 1. Ordnung zeigt. Der Schliff hat dann eine Dicke von 0,02 mm. Bei dieser Schliffdicke lassen sich die meisten Minerale sofort an ihrer Interferenzfarbe erkennen. Anschließend wird der Schliff mit dem Einbettungsmittel bedeckt und das Deckglas aufgebracht ( Abb. ).


Dünnschliff: Aufbau eines Gesteinsdünnschliffes.